Netanya, die Touristenstadt am Mittelmeer in Israel war vom 2. bis 6. Dezember Gastgeber der diesjährigen Kurzbahn Europameisterschaften. Swiss Swimming war mit einer Selektion von 10 Athleten, davon 4 Sharks, nach Israel gereist. Danielle Villars, Lukas Räuftlin und Luca Pfyffer haben alle schon Erfahrungen an grossen Meisterschaften gesammelt. Für Lisa Mamie dagegen war dies der erste Einsatz bei internationalen Meisterschaften der Elite.

Danielle Villars konnte ihre Erfahrung und Wettkampfform ein weiteres Mal eindrucksvoll unter Beweis stellen. Über 200 Delfin konnte sie das Finale erreichen, und über die halbe Strecke erreichte sie das Halbfinale. Damit sorgte sie für zwei der drei Abendeinsätze der Schweizer Delegation. Luca Pfyffer sorgte für ein weiteres Highlight aus Schweizer Sicht, indem er über 200 Brust einen neuen Schweizer Rekord erzielen konnte.

Markus Buck, der neue Chef Leistungssport bei Swiss Swimming, konnte somit auch eine durchaus positive Bilanz dieser Meisterschaft ziehen und war mit den Ergebnissen der Schweizer in Israel zufrieden.

Mittwoch 2. Dezember 2015 – Tag 1

Luca Pfyffer und Lisa Mamie starten beide über 50 Brust, wobei Lisa eine persönliche Bestzeit erzielen konnte und erstmals unter 32 Sekunden bleiben konnte. Luca blieb nur knapp über seiner Bestzeit aus Lausanne.

Lukas Räuftlin schwamm die 200 Rücken in 1:55.85 zwar schneller als an der Kurzbahn Schweizermeisterschaft in Lausanne, aber der 22. Platz und die Zeit konnten ihn nicht zufriedenstellen, da er seine Möglichkeiten nicht ausschöpfen konnte. Mit Bestzeit wäre ein Finalrang durchaus im Bereich seiner Möglichkeiten.

Donnerstag 3. Dezember – Tag 2

Am zweiten Wettkampftag im Wingate Institute von Netanya konnte Luca eine ausgezeichnete Leistung über die 200 Brust erzielen und unterbot in 2:09.31 den alten Schweizer Rekord von Jérémy Desplanches aus dem Jahr 2014 um 2/10 Sekunden. Das bedeutete den 16. Platz. Da es bei Kurzbahn-Europameisterschaften über 200 Strecken kein Halbfinale gibt, durfte er am Abend nicht noch einmal schwimmen.

Lukas Räuftlin konnte über die 200 Freistil in 1:48.57 eine bessere Leistung abrufen als am Vortag, aber auch hier ist sicher noch einiges mehr möglich. Danielle Villars, die nur eine Kurzvorbereitung für diese Meisterschaften durchführte, war über die halbe Freistildistanz am Start und konnte sich gegenüber ihrer Zeit von vor 2 Wochen steigern, mit 55.38 blieb sei 4/10 über ihrer Bestzeit. Später war Danielle dann noch Teil der 4×50 Mixed Lagen Staffel, die den inoffiziellen Schweizer Rekord einstellte.

Lisa Mamie gelang über die 100 Lagen ein sehr gutes Rennen und konnte ihre erst 2 Wochen alte Bestzeit deutlich unterbieten und mit 1:02.44 Schweizer Jahresbestzeit schwimmen und auch den Vereinsrekord wieder in ihre Reihen zurück holen.

Freitag 4. Dezember – Tag 3

Für Danielle standen die 200 Delphin auf dem Programm, die in den letzten Rennen nicht gerade besonders gut liefen. Anders in Netanya, in neuer Bestzeit von 2:07.54 qualifizierte sie sich am Ende souverän für das Finale, da sich einige Damen noch zurückhielten. Das Finale selber war kein einfaches Rennen, da hier alle Zurückhaltung fiel. Danielle schwamm ihr eigenes Rennen und konnte die kleinen Fehler aus dem Vorlauf vermeiden. In 2:06.98 blieb sie nur um 2/10 über dem Schweizer Rekord von Vereinskollegin Martina van Berkel und konnte mit dem 7. Platz ihr bisher bestes Ergebnis auf internationaler Ebene einfahren.

Lisa und Luca konnten in ihren Vorläufen über die 100 Brust nicht ganz an ihre Bestzeiten heran schwimmen. Bei Lisa fehlte in 1:08.99 nur ein Wimpernschlag, Luca dagegen erwischte ein suboptimales Rennen und war sogar langsamer als seine Durchgangszeit vom Vortag über 200.

Samstag 5. Dezember – Tag 4

Danielle machte am zweitletzten Wettkampftag dort weiter, wo sie am Tag zuvor aufgehört hatte und schwamm sich in die Halbfinals über die 100 Delfin. In 58.25 konnte sie eine ansprechende Zeit erzielen. Den durchaus vorhanden Raum zur Verbesserung konnte sie am Abend leider nicht abrufen und wurde in der Schlussabrechnung 16. in 58.42.

Lisa konnte über die doppelte Lagenstrecke nochmals ein gutes Rennen zeigen und etwas Schwung in den letzten Wettkampftag mitnehmen.

Sonntag 6. Dezember – Tag 5

Für Lukas standen 2 Einsätze über 50 auf dem Programm. Im Einzelrennen konnte er in 25.10 eine mässige Zeit erreichen. Die kleinen Fehler konnte er in der Staffel als Startschwimmer ein wenig ausbügeln und konnte in 24.99 seine Bestzeit fast erreichen.

Lisa zeigte über die lange Bruststrecke nochmals ein solides Rennen und konnte in 2:28.68 ihr drittbestes Karriereresultat erreichen. Sie musste hier den 5 Wettkampftagen ein wenig Tribut zollen.

Zusammenfassend kann man aus Sicht der Limmat Sharks durchaus zufrieden sein, mit einem Schweizer Rekord von Luca, einer Final- und einer Halbfinalqualifikation von Danielle trotz sehr kurzer Vorbereitung sowie einem weiteren 16. Rang sind viele der Grossziele erreicht worden. Lisa zeigte als Neuling in der Elite ebenfalls einen überzeugenden Einstand und versteckte sich nicht.

Jetzt gilt die Konzentration der Langbahn, nächstes Ziel sind die Schweizer Meisterschaften im eigenen Bad in Oerlikon im März nächsten Jahres.