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Einfluss unterschiedlicher Pausenlänge und aktiver und passiver Erholung auf die Sprintfähigkeit

1. November 2005

Influence of different rest intervals during active or passive recovery on repeated sprint swimming performance

1 November 2005


Von / By Felix K. Gmünder

© Felix Gmünder, Schwimmverein Limmat Zürich

Zusammenfassung

Es gehört zum Grundwissen jedes Trainers und jedes Athleten, dass aktive Erholung zwischen wiederholten Sprints die Leistungsfähigkeit rascher wieder herstellt als passive (Maglischo, Swimming Fastest 2003).

In einer kürzlich erschienen Forschungsarbeit wurde gezeigt, dass diese Ansicht nicht immer stimmt. Mit passiver Erholung schwimmt man in Tat und Wahrheit die 25er in einem Sprintset von 8 x 25 m schneller als nach aktiver Erholung zwischen den Sprints.

Schwimmt man nach einer Serie von 8 x 25 m Crawl nach 6 Minuten nochmals einen 50-m-Crawlsprint zeigt sich, dass die Art der Erholung – passiv oder aktiv – keine Rolle spielt.

In der Studie wurden weitere frühere Forschungsergebnisse bestätigt, wonach Blutlaktatmessungen als Indikator für die Ermüdung bzw. die Erholung ungeeignet sind.

Quelle: Toubekis, A.G. et al. (2005). Influence of different rest intervals during active or passive recovery on repeated sprint swimming performance. Eur J Appl Physiol 93:694-700.

Abstract

It is common knowledge of every coach and swimmer that active recovery between sprints is better than passive recovery to quickly restore performance (Maglischo, Swimming Fastest 2003).

In a recent research study it was shown that this view could be wrong. In fact, passive recovery between 25 m sprints in a set of 8 25 m sprints leads to much better performance than with active recovery after each sprint.

If you swim another sprint over 50 m after a 6 minutes break following the 8 25s, the type of recovery –active or passive – does not matter at all.

The study confirmed other previous results that blood lactate levels are not suited as a parameter to judge fatigue or recovery.

Source: Toubekis, A.G. et al. (2005). Influence of different rest intervals during active or passive recovery on repeated sprint swimming performance. Eur J Appl Physiol 93:694-700.

Einleitung

Dass die Leistungsfähigkeit bei aktiver Erholung nach Sprints rascher wiederhergestellt sein soll, wird auf die verbesserte Blutzirkulation in den Muskeln zurückgeführt. Diese soll einerseits während der Leistung im Muskel gebildetes Laktat schneller abführen und andererseits die Posphokreatinresynthese beschleunigen. Diese Vorstellung der Erholungsförderung wurde von Toubekis und Mitarbeitern in Frage gestellt.

Introduction

The notion that active recovery enhances sprinting performance is based on the belief that improved muscular blood circulation helps to remove lactate and supports the resynthesis of phosphocreatine. Toubekis and coworkers doubted if increased blood circulation in muscles really helps at all.

Methode

8 Schwimmer und 8 Schwimmerinnen von fast gleicher Grösse, Gewicht und Alter machten am Test mit, nachdem sie die Testserie zweimal geübt hatten. Der Test bestand darin , dass an vier aufeinanderfolgenden Tagen 8 x 25 m geschwommen wurde und nach 6-minütiger Pause einen zusätzlicher 50er. Die vier Serien unterschieden sich durch die Pausenlänge (45 oder 120 Sekunden) bei den 8 25ern sowie durch die aktive oder passive Erholung. Aktive Erholung bedeutete lockeres Schwimmen bei 60% der Geschwindigkeit, die der aktuellen 100-m-Crawl-Bestleistung entspricht. Bei passiver Erholung warteten die Schwimmer stehend auf das Startzeichen für den nächsten 25er. Das Einschwimmen war immer gleich. Dass die Bedingungen an den vier Tagen gleich waren zeigte sich daran, dass der erste geschwommene 25er an allen Tagen im Durchschnitt der 16 Schwimmer fast identisch war (s. Ausgangspunkt in Abbildung 1).

Methods

8 female and 8 male swimmers of almost identical weight, size, and age participated to the trial. To get familiarised with the test procedure the swimmers had to perform it 2 times before the actual trial sets. The trials consisted of 4 sets of 8 x 25 m crawl sprints and another 50 m crawl sprint after a 6 minutes break. The tests took place on 4 consecutive days. The difference between the 4 sets was the type and duration of recovery. Recovery was either passive – resting standing still in the water – or active –swimming at 60% of personal maximal velocity. Warm-up was identical on every day. There was no difference in basic conditions between the four days as can be seen in Figure 1. The average time for the first 25 m sprint did not differ between consecutive days.

Resultate

Abbildung 1 zeigt den Verlauf der Sprintzeiten in den 4 Tests über 8 x 25 m. Die Unterschiede zwischen den vier Tests sind mit Ausnahme der ersten zwei Sprints alle signifikant. In den Serien mit den längeren Pausen wurde schneller geschwommen als in den Serien mit den kürzeren Pausen, was nicht weiter erstaunt. Bei beiden Pausenlängen waren die Sprintzeiten bei passiver Erholung aber deutlich besser als bei aktiver Erholung.

Results

Figure 1 shows the effect of recovery type and time on sprinting times. The swimming times are significantly different in the four tests. In the sets with longer breaks (120 s) swimming times were better than in the sets with 4 s breaks only. This is not surprising. What is surprising is the fact that passive recovery was leading to much better performances than active recovery.

Abbildung 1. 25-m-Sprintzeiten für die vier Tests. P120, passive Erholung 120s; A120, aktive Erholung 120s; P45, passive Erholung 45s; A45, aktive Erholung 45s.

Figure 1. 25 m sprinting times in the four trials. P120, passive recovery 120s; A120, active recovery 120s; P45, passive recovery 45s; A45, active recovery 45s.

Das zweite Ergebnis der Studie war, dass beim nach 6 Minuten Pause geschwommenen 50er nur die Pausenlänge in der 8 x 25- Serie davor eine Rolle spielt, nicht aber die Art der Erholung, wie folgende Tabelle zeigt.

The second result of the study was thatthe type of recovery did not affect the 50 m sprint performance. The only parameter that had an effect was the duration of recovery during the 8 x 25 m sprints done 6 minutes before, as shown in the following table.
Serie / Set 50-m-Zeit / 50 m Time
A45 34.48
P45 34.33
A120 33.58
P120 33.59

Als drittes Ergebnis wurde festgestellt, dass die Blutlaktatspiegel während und nach den den Tests bei passiver Erholung tatsächlich wie erwartet höher anstiegen als bei aktiver Erholung. Die Leistungsfähigkeit bzw. die Wirkung der Erholung war aber nach passiver Erholung bedeutend besser. Das bedeutet, dass Blutlaktatspiegel keine Rückschlüsse auf den Erholungszustand und die unmittelbare Leistungsfähigkeit zulassen.

The third result was that blood lactate levels went up substantially during and after the sprints when the swimmers did passive recovery, which is no surprie. Interestingly, the effect of recovery and sprinting performance was much better following passive recovery. This means that blood lactate levels have no predictive value on the status of recovery and momentary performance.

Schlussfolgerung für die Praxis

Bei kurzen Sprintsets mit Pausen zwischen 45 und 120 Sekunden erholt man sich besser passiv als aktiv. Bei noch längeren Pausen spielt die Art der Erholung keine Rolle mehr. Hier ist von Bedeutung, wie stark die Phosphokreatinspeicher bereits entleert worden sind, bzw., ob sie genügend Zeit hatten sich zu regenerieren.

Anmerkung der Redaktion: Die aktive Erholung könnte nach wie vor sinnvoll sein nach langen anaeroben laktaziden Belastungen, beispielsweise bei Serien von 100ern oder 200ern. Warten wir ab, was die Forschung herausfindet ...

 

Conclusions for coaches and swimmers

Passive recovery between single sprints with breaks ranging from 45 to 120 seconds lets you sprint faster than with active recovery. If breaks get longer the type of recovery does not matter any more. Then it becomes important how much phosphocreatine stores have been deplete befored, or, if enough time was available for resynthesis.

Editor's note: Active recovery could still be useful when doing longer anaerobic lactic acid producing sets such as 100s or 200s. Future research will show if this notion will hold or not.



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