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Einflussgrösse auf die Spitzenleistungen an olympischen Spielen

1. Juni 2008

Factor Affecting Swimming Peak Performance in Olympic Games

1 June 2008


Von / By Felix K. Gmünder

© Felix Gmünder, limmatsharkszürich
Die olympischen Spiele werden als extrem stressig für alle Teilnehmenden betrachtet. Wie alle anderen Athleten wollen auch die Schwimmer an den olympischen Spielen Bestleistungen erzielen. Die Kenntnis der Einflussgrössen auf die Bestleistungen an olympischen Spielen ist daher von grosser Wichtigkeit für die Athleten, Trainer, Wissenschaftler und die Unterstützung bietenden Personen.

In einer von Issurin et al. vor 3 Monaten veröffentlichten Studie (J Sports Med Phys Fitness. 2008 Mar;48(1):1-8.) wurde untersucht, welche Faktoren an den olympischen Spielen von Athen die Bestleistungen bestimmten (sofern solche Faktoren überhaupt greifbar und auswertbar sind).

Informationen von 301 Olympia-Teilnehmern, die an 424 Wettkämpfen starteten, wurden dazu verwendet, den relativen schwimmerischen Leistungsgewinn, auf englisch abgekürzt RSPG, zu berechnen. Der RSPG-Wert zeigt an, wie viel Prozent ein Schwimmer an den olympischen Spielen schneller war verglichen mit einem Selektionswettkampf oder einem anderen Wettkampf vor Athen.

Issurin et al. fanden, dass im Durchschnitt, d.h. über alle 301 Schwimmer betrachtet, der RSPG-Wert 0.58% betrug, was eine Leistungsabnahme um 0.58% bedeutet. Nur Nationen mit strengen Selektionskriterien, wie beispielsweise einem einzigen Selektionsmeeting Wochen oder wenige Monate vor den Spielen, waren in der Lage Schwimmer nach Athen zu schicken, die dort schneller schwammen. Nationen mit einem liberalen Selektionssystem, das es beispielsweise gestattet, eine Limite im Jahr vor den Spielen zu unterbieten, hatten keine Schwimmer, die in Athen Bestzeiten schwammen.

Das am besten abschneidende Team kam aus der Ukraine (RSPG 0.23%), gefolgt von den USA (0.27%). Die Schweiz und Deutschland hatten RSPG-Werte von 0.96% bzw. 0.29%.

Die Autoren schliessen daraus, dass sogar Nationen mit vielen Podestplätzen wie die USA, Australien, Japan und Deutschland nicht in der Lage waren, einen im Durchschnitt negativen RSPG-Wert zu erreichen, d.h. auch diese Schwimmer schwammen in Athen im Durchschnitt langsamer als unmittelbar davor.

Nur Medaillengwinner und Finalisten übertrafen in Athen ihre persönliche Bestzeiten.

Die wichtigste Erkenntnis ist, dass das Selektionsverfahren, d.h. streng versus liberal, den grössten Einfluss auf den RSPG-Wert hat. Schwimmer die in der Lage sind, den Härtetest eines Trials zu bestehen, sind in der Lage, besser mit emotionalem Stress umzugehen.
The Olympic Games are considered extremely stressful for every participant. Swimmers, like any other athlete, strive to peak during the Olympic Games. Any information on the factors influencing peak performance in Olympic Games that is reliable, is of major interest to athletes, coaches, scientists and supportive agents.

In a study performed by Issurin et al. (J Sports Med Phys Fitness. 2008 Mar;48(1):1-8.), just published 3 months ago, it was examined which factors determined peaking in the Athens Olympic Games (depending on the availability of such data).

Data on 301 Olympic swimmers, who participated in 424 events, were used to analyze the relative swimming performance gain (RSPG), a value that shows how many percent a swimmer went faster at the Olympics compared to the time achieved at the trials or another competition immediately before the Olympics.

Issurin et al. found that on average, ie over all 301 swimmers, RSPG was 0.58% indicating a performance decline. Only nations with rigid selection criteria (eg so called trials weeks or a few months before the Olympics) were able to produce swimmers with a gain in RSPG. Nations with a more liberal selection system, eg by allowing swimmers to meet a limit in a period of one year before the Olympics, failed to produce swimmers who peaked during the Olympics.

The best team was Ukraine with an RSPG of 0.23%, followed by the US (0.27%). Switzerland’s and Germany’s RSPG were 0.96% and 0.29%, respectively.

The authors conclude that even teams that earned a significant number of medals such as USA, Australia, Japan and Germany failed to reach an average negative RSPG, which is somewhat surprising. It means that on average, swimmers from these nations swam slower in Athens than immediately before.

It was found that only winners and finalist swimmers met or exceeded their personal best records in Athens.

The most important finding is that the selection method, rigid vs liberal, had the most profound effect on RSPG. It is believed that swimmers who can perform well in stressful selection events such as a single trial competition, learn to cope better with emotional stress.
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