Prozess gegen die Verantwortlichen des DDR-Staatsdopings: Ewald und Höppner vor Gericht (Berichte ab 2. Mai 2000)

27.10.2000 Doping-Opfer wollen 750.000 Mark. Die Auseinandersetzung mit dem staatlich verordneten Doping in der DDR ist trotz der abgeschlossenen juristischen Aufarbeitung noch lange nicht beendet. Zur Wiedergutmachung für Opfer besteht nach den Worten von Klaus Zölling vom Verein Doping-Opfer-Hilfe ein finanzieller Bedarf von rund 750.000 DM. Darüber berichtete er dem Sportausschuss des Deutschen Bundestages. Nur etwa 40.000 DM stünden derzeit bereit. Das derzeitige Finanzvolumen setze sich zu einem Drittel aus Spenden, zu zwei Dritteln aus Bussgeldern eines deutschen Gerichts zusammen. Regierungsvertreter und Abgeordnete sagten zu, sich für eine finanzielle Stärkung des Doping-Opfer-Hilfe- Vereins einzusetzen. Die Suche nach Möglichkeiten, den Kampf

DDR-Staatsdoping: Geschundene Sportlerinnen klagen an (10.3.00)

Geschundene Athletinnen klagen an NZZ 10.3.2000 DDR-Sportlerin als Versuchskaninchen für Olympiasiegerin K. Bl. Vor dem Berliner Landgericht und weiteren Gerichten in deutschen Städten sind in letzter Zeit von sieben früheren DDR-Sportlerinnen, unter anderen die Schwimmerinnen Martina Gottschlat und Jutta Gottschalk sowie die Leichtathletik-Olympiasiegerinnen Karin Balzer und Margitta Pufe, Klagen eingereicht worden - alles Athletinnen, die missgebildete Kinder zur Welt brachten und in der Vergangenheit in den vom Staat verordneten Dopingprozess eingebunden waren. Eigentliche Pionierarbeit in der Aufarbeitung dieses düsteren Kapitel des DDR-Sports leistete dabei die Hamburgerin Catherine Menschner. Seit Jahren bemüht sich die 35jährige um Aufklärung - und dies als TV-Autorin,

Doping von Minderjährigen in der DDR: Bundesgericht schafft Klarheit (23.3.00)

  Doping von Minderjährigen in der DDR Bundesgericht schafft Klarheit / 23. März 2000 Leipzig - In seiner ersten Entscheidung zum Doping von Minderjährigen im DDR-Sport hat der Bundesgerichtshof klargestellt, dass die Taten nicht verjährt sind. "In Fällen staatlich zentral gelenkter Vergabe schädlicher Dopingmittel an uneingeweihte minderjährige Sportler hat die Verjährung in der DDR auf Grund eines quasigesetzlichen Verfolgungshindernisses geruht", heißt es in der veröffentlichten Begründung des Beschlusses vom 9. Februar. Mit der Entscheidung war die Revision des Sportarztes Bernd Pansold gegen seine Verurteilung wegen Beihilfe zur Körperverletzung durch das Landgericht Berlin vom 5. Strafsenat des Bundesgerichtshofs in Leipzig abgelehnt

Der Berliner Doping-Prozess: Der weitere Prozessverlauf seit April 1999

Der weitere Verlauf der Prozesse 11.2.2000 Verhängnisvolle Entwicklung am DDR-Doping-Prozess in München: Absprache im anstehenden Prozess gegen Ewald und Höppner. Lediglich ein Verhandlungstag Anfang Mai im Prozess gegen Manfred Ewald und Manfred Höppner, die beiden massgeblichen Verantwortlichen im DDR-Staatsdoping? Wer glaubt, sich verhört zu haben, der irrt. Ewald, in der DDR der Vorsitzende des Deutschen Turn- und Sportbundes (DTSB), und Höppner, der Vizechef des Sportmedizinischen Dienstes (SMD), sind geständig. Geständig darin, die Verantwortung für das Verabreichen von mitunter persönlichkeitsverändernden Medikamenten an unwissende Kinder zu tragen. Doch der Straftatbestand heisst nicht etwa Kinderdoping, sondern Körperverletzung oder Beihilfe dazu. Manfred von Richthofen,

In Sachen DDR-Staatsdoping soll weiter prozessiert werden: Dem Chef soll nun sein Stellvertreter folgen (23.4.99)

Dem Chef soll nun sein Stellvertreter folgen In Sachen DDR-Staatsdoping soll weiter prozessiert werden Neue Zürcher Zeitung, 23.4.1999 Mit der Verurteilung des Leiters des Sportmedizinischen Dienstes, Dietrich Hannemann, ist erstmals ein Urteil gegen einen Verantwortlichen der Planungsebene im DDR-Staatsdoping ergangen. Auch gegen Verantwortliche des ehemaligen DDR-Schwimmverbandes und den SMD-Vizechef Manfred Höppner könnten bald weitere Verfahren anstehen. sos. Die vom deutschen Bundestag festgelegte Verjährungsfrist für in der DDR verübte Vergehen leichten bis mittelschweren Grades ist für die juristische Aufbereitung des DDR-Staatsdopings an Minderjährigen von entscheidender Bedeutung: am 3. Oktober 2000 werden diese Vergehen verjährt sein, sofern die zuständigen Gerichte nicht zu

Weitere Aufarbeitung von DDR-Unrecht gefordert (28.12.98)

Neue Zürcher Zeitung Nr. 300 vom 28.12.98 Die jüngst gefällten Urteile im sogenannten Dopingprozess des früheren DDR-Sports sind keine Form von Siegerjustiz. Davon ist der Vorsitzende Richter der 34. Grossen Strafkammer des Landgerichts Berlin, Hansgeorg Bräutigam, überzeugt. Gegenüber dem Deutschlandfunk und dem Sender Freies Berlin verwahrte sich der Jurist gegen Behauptungen, die Rechtsprechung habe sich im Verfahren wegen Minderjährigen-Dopings politisch instrumentalisieren lassen. Vielmehr setzten deutsche Gerichte den Strafanspruch der DDR durch, der per Einigungsvertrag auf die Bundesrepublik Deutschland übergegangen sei. Erstmals nahm Bräutigam in dem Radiointerview ausführlich Stellung zum sogenannten Doping-Pilotverfahren gegen sechs Angeklagte der Schwimmsektion des ehemaligen SC Dynamo

Der ehemalige Leiter des sportmedizinischen Dienstes der DDR wird am 2.11.98 aussagen (29.10.98)

Neue Zürcher Zeitung Nr. 251 vom 29.10.98 Der Berliner Dopingprozess geht in seine entscheidende Phase. Nachdem zwei Angeklagte verurteilt worden und drei weitere Verfahren gegen Strafandrohung beendigt worden sind, arbeitet die Staatsanwaltschaft nun auf eine Verurteilung des Sportarztes Bernd Pansold hin. Am kommenden Montag soll zudem Manfred Höppner aussagen, eine Schlüsselfigur im DDR-Staatsdoping. Erwartet wird ein Hauen und Stechen, eine Auseinandersetzung bar jeglicher Fairness, die den Grundsatz von einebnender Gleichheit der ehemaligen Staatsdoktrin augenscheinlich konterkarieren wird: Wenn am Montag die 34. Grosse Strafkammer des Berliner Kriminalgerichtes im sogenannten Dopingprozess den ehemaligen stellvertretenden Leiter des sportmedizinischen Dienstes der DDR Manfred Höppner

Der Berliner Doping-Prozess: 3. Fortsetzung (22.8.98): Erste Schuldsprüche wegen DDR-Dopings

Das Berliner Landgericht hat im sogenannten "zweiten" Dopingprozess zwei Ärzte und einen Schwimmtrainer vom ehemaligen DDR-Sportklub TSC Berlin wegen der Dopingvergabe an Minderjährige zu Geldstrafen verurteilt. Der ehemalige Trainer Peter Mattoneit wurde zur Zahlung einer Geldstrafe von 7000 DM wegen Körperverletzung verurteilt. Die Ärztin Dorit Rösler muss 7200 DM zahlen, Ulrich Sünder, ebenfalls Mediziner, mit 27 000 DM die grösste Summe. Gegen die Trainer Berndt Christochowitz und Klaus Klemenz wurde das Verfahren gegen die Zahlung von Geldstrafen (3000 DM und 7500 DM) eingestellt. Die Angeklagten verzichten auf die Möglichkeit der Revision. Gegen Rösler und Sünder erging der Urteilsspruch wegen Beihilfe

Der Berliner Doping-Prozess: 2. Fortsetzung (7.7.98): Eine Entlassung ist kein Geständnis

Der Berliner Doping-Prozess: 2. Fortsetzung (7.7.98) Eine Einlassung ist kein Geständnis Erstmals sagt ein Angeklagter im Berliner Dopingkongress aus Als Dieter Binus gegen 14 Uhr 30 das Berliner Kriminalgericht verliess, folgte ihm ein halbes Dutzend Kamerateams und ein Trupp von Journalisten. Das war nicht nötig, denn der im Berliner Dopingprozess angeklagte Sportarzt hatte eine halbe Stunde zuvor im Gerichtssaal zu Protokoll gegeben, was er zu seinen Verwicklungen im DDR-Dopingsystem hatte sagen wollen. In der Person von Binus hatte erstmals einer der sechs Angeklagten sein Schweigen gebrochen. Es war der 21. Verhandlungstag. Ursprünglich war der Prozess auf 14 Verhandlungstage angesetzt gewesen.

Der Berliner Doping-Prozess: 1. Fortsetzung (28.4.98):

Plastisch, mitunter polemisch, waren die Schilderungen der Schwimmerin Christiane Knacke-Sommer in der vergangenen Woche gewesen, als sie ihren ehemaligen Coach, Rolf Gläser, und den Sportarzt Dieter Binus belastete. Gläser und Binus sowie drei weitere Trainer und ein Sportmediziner, alle ehemals dem SC Dynamo Berlin zugehörig, sind am Landgericht Berlin angeklagt, in der DDR Minderjährigen durch das Verabreichen von Dopingmitteln körperliche Schäden zugefügt zu haben. Am gestrigen Prozesstag hatte die Anklage zwei ehemalige Schwimmerinnen aufgeboten, doch der Erkenntniswert ihrer Aussagen war geringer als die präzisen Aussagen von Christiane Knacke-Sommer. Die Vernehmung der mittlerweile 36jährigen ehemaligen Schwimmerin Jane Lang geriet zum zähen