In Sachen DDR-Staatsdoping soll weiter prozessiert werden: Dem Chef soll nun sein Stellvertreter folgen (23.4.99)

Dem Chef soll nun sein Stellvertreter folgen In Sachen DDR-Staatsdoping soll weiter prozessiert werden Neue Zürcher Zeitung, 23.4.1999 Mit der Verurteilung des Leiters des Sportmedizinischen Dienstes, Dietrich Hannemann, ist erstmals ein Urteil gegen einen Verantwortlichen der Planungsebene im DDR-Staatsdoping ergangen. Auch gegen Verantwortliche des ehemaligen DDR-Schwimmverbandes und den SMD-Vizechef Manfred Höppner könnten bald weitere Verfahren anstehen. sos. Die vom deutschen Bundestag festgelegte Verjährungsfrist für in der DDR verübte Vergehen leichten bis mittelschweren Grades ist für die juristische Aufbereitung des DDR-Staatsdopings an Minderjährigen von entscheidender Bedeutung: am 3. Oktober 2000 werden diese Vergehen verjährt sein, sofern die zuständigen Gerichte nicht zu

Weitere Aufarbeitung von DDR-Unrecht gefordert (28.12.98)

Neue Zürcher Zeitung Nr. 300 vom 28.12.98 Die jüngst gefällten Urteile im sogenannten Dopingprozess des früheren DDR-Sports sind keine Form von Siegerjustiz. Davon ist der Vorsitzende Richter der 34. Grossen Strafkammer des Landgerichts Berlin, Hansgeorg Bräutigam, überzeugt. Gegenüber dem Deutschlandfunk und dem Sender Freies Berlin verwahrte sich der Jurist gegen Behauptungen, die Rechtsprechung habe sich im Verfahren wegen Minderjährigen-Dopings politisch instrumentalisieren lassen. Vielmehr setzten deutsche Gerichte den Strafanspruch der DDR durch, der per Einigungsvertrag auf die Bundesrepublik Deutschland übergegangen sei. Erstmals nahm Bräutigam in dem Radiointerview ausführlich Stellung zum sogenannten Doping-Pilotverfahren gegen sechs Angeklagte der Schwimmsektion des ehemaligen SC Dynamo