Der Berliner Doping-Prozess: 2. Fortsetzung (7.7.98): Eine Entlassung ist kein Geständnis

Der Berliner Doping-Prozess: 2. Fortsetzung (7.7.98) Eine Einlassung ist kein Geständnis Erstmals sagt ein Angeklagter im Berliner Dopingkongress aus Als Dieter Binus gegen 14 Uhr 30 das Berliner Kriminalgericht verliess, folgte ihm ein halbes Dutzend Kamerateams und ein Trupp von Journalisten. Das war nicht nötig, denn der im Berliner Dopingprozess angeklagte Sportarzt hatte eine halbe Stunde zuvor im Gerichtssaal zu Protokoll gegeben, was er zu seinen Verwicklungen im DDR-Dopingsystem hatte sagen wollen. In der Person von Binus hatte erstmals einer der sechs Angeklagten sein Schweigen gebrochen. Es war der 21. Verhandlungstag. Ursprünglich war der Prozess auf 14 Verhandlungstage angesetzt gewesen.

Der Berliner Doping-Prozess: 1. Fortsetzung (28.4.98):

Plastisch, mitunter polemisch, waren die Schilderungen der Schwimmerin Christiane Knacke-Sommer in der vergangenen Woche gewesen, als sie ihren ehemaligen Coach, Rolf Gläser, und den Sportarzt Dieter Binus belastete. Gläser und Binus sowie drei weitere Trainer und ein Sportmediziner, alle ehemals dem SC Dynamo Berlin zugehörig, sind am Landgericht Berlin angeklagt, in der DDR Minderjährigen durch das Verabreichen von Dopingmitteln körperliche Schäden zugefügt zu haben. Am gestrigen Prozesstag hatte die Anklage zwei ehemalige Schwimmerinnen aufgeboten, doch der Erkenntniswert ihrer Aussagen war geringer als die präzisen Aussagen von Christiane Knacke-Sommer. Die Vernehmung der mittlerweile 36jährigen ehemaligen Schwimmerin Jane Lang geriet zum zähen