Keine Hinweise für Doping-Missbrauch unter BreitensportlerInnen, wohl aber Schmerzmittelmissbrauch (3.10.98)

Nur eine von 130 Dopingproben beim Jungfrau-Marathon waren positiv. 35 Prozent der getesteten Läufer hingegen nahmen Schmerzmittel ein. Von Jürg Greb Beim Jungfrau-Marathon Anfang September wurde die weltweit erste grossangelegte Dopingkontrolle im Breitensport durchgeführt. Von den knapp 3000 Läuferinnen und Läufern, welche die 42,2 Kilometer von Interlaken auf die Kleine Scheidegg bewältigten, wurden 130 Elite und Volkssportler zur Kontrolle gebeten. Das Projekt der Konsumsendung "Espresso" von Radio DRS erhielt spontane Unterstützung von den Trägern des Schweizer Sports: dem Olympischen Verband (SOV), Sportminister Adolf Ogi und der Sportschule Magglingen. Ziel war ;es, den Istzustand festzuhalten, um nicht mehr auf Spekulationen und

Doping – Eine Innensicht eines ehemaligen Schweizer Radprofessionals 6.9.00 9.9.2000

NZZ Tagesausgabe Neue Zürcher Zeitung SPORT Mittwoch, 06.09.2000 Nr.207   53   Doping - Sport als gesellschaftliches Problem IV «Aus meiner Sicht gibt es nur ein Mittel, das nützt: EPO» Eine Innensicht eines ehemaligen Schweizer Radprofessionals Aufgezeichnet von Elmar Wagner, Zürich Als der Radrennfahrer X.* nach etlichen grossen Siegen zurücktrat, hatte er mehr als zehn Jahre Profikarriere hinter sich. Lange hatte er sich gegen Doping gewehrt. Doch irgendwann ging es auch für ihn nicht mehr ohne. Nun spricht der Schweizer über die dominante Rolle von EPO, den Doping-Alltag und die ernüchternde Zeit nach der «Skandal-Tour» 1998. Erstmals mit Doping konfrontiert wurde

Die Mär vom sauberen Sport: Der moralische Druck in Dopingfragen ist auch auf die Schwimmer massiv gestiegen Juli 99

Die Mär vom sauberen Sport Neue Zürcher Zeitung 31. Juli 1999 Der moralische Druck in Dopingfragen ist auch auf die Schwimmer massiv gestiegen kla. Istanbul, 30. Juli Die Zeit ist längst vorbei, als im Sport Wunder bestaunt wurden. Doch der Sport bleibt letztlich eine Vertrauenssache. In dem Masse, wie die Bedeutung von Geld, Prestige und Macht im Schwimmsport gewachsen ist, scheint das gegenseitige Vertrauen seit den Weltmeisterschaften in Perth vor 19 Monaten zu schwinden. Nachdem in Australien im Gepäck einer chinesischen Brustschwimmerin 13 Ampullen des hormonellen Dopingmittels Somatropin entdeckt, vier weitere Athleten mit Triamteren, das zur Verschleierung von Dopingsubstanzen angewandt wird,

Mehr als nur ein Lippenbekenntnis? — In der Schweiz soll die Sanktionierung von Dopingfällen künftig vereinheitlicht werden (9.11.01)

Mehr als nur ein Lippenbekenntnis? In der Schweiz soll die Sanktionierung von Dopingfällen künftig vereinheitlicht werden Am Samstag hat das Sportparlament in Bern darüber zu befinden, ob ab 1. Januar 2002 in der Schweiz eine Harmonisierung bezüglich Sanktionen bei positiven Dopingfällen in Kraft tritt. Künftig würde dann eine zentrale Strafbehörde, der Dachverband Swiss Olympic spricht von einer sogenannten Disziplinarkammer für Dopingfälle, erstinstanzliche Urteile fällen. Als Rekursinstanz sieht das zu revidierende Dopingstatut das Tribunal Arbitral du Sport mit Sitz in Lausanne vor. Ein eigenes Antidoping-Gesetz ist in der Schweiz nicht absehbar. Wie in Deutschland (NZZ 8. 11. 01) soll auch hierzulande

Verfassungsrechtler Peter Tettinger zur Dopingproblematik: „Das Doping-Problem ist staatsfern zu lösen“ Feb. 00

Der deutsche Verfassungsrechtler Peter Tettinger zur Dopingproblematik TA vom 17.2.2000 Das Problem ist staatsfern zu lösen Dass Doping neben einer moralischen Komponente auch solche zivil-, straf- und verfassungsrechtlicher Art birgt, wird durch den Fall des deutschen 5000-m-Olympiasiegers Dieter Baumann erneut verdeutlicht. Der Verfassungsjurist Professor Peter Tettinger (Uni Köln) hält dabei vor allem den Automatismus einer Zweijahressperre für bedenklich, glaubt aber nicht, dass das System der Dopingbekämpfung durch die Angelegenheit ins Wanken gebracht werden könne. sos. Vor wenigen Jahren noch schienen die Linien klar gesteckt: Positive Dopinganalysen zogen für die Athleten Sperren nach sich, die Eindeutigkeit des Sachverhaltes schien aus juristischer

Kraft durch Pillen: Legales Doping mit Anabolika im Baseball August 98

Vergangene Woche tat ein Reporter der amerikanischen Nachrichtenagentur Associated Press einen Blick in den Garderobenschrank des Baseball-Stars Mark McGwire und erblickte dort auf dem obersten Regal eine Packung Androstendion. Das Präparat, in den USA frei erhältlich, produziert Testosteron und steht daher nicht nur auf der schwarzen Liste des Internationalen Olympischen Komitees, sondern auch auf jener der National Football League. Wie im Profi-Basketball und -Eishockey ist seine Verwendung im "grand old game" der Amerikaner dagegen zugelassen, weshalb McGwire sich vom indiskreten Blick in seine Privatsphäre keineswegs betupft fühlte und freimütig bestätigte, die Pillen schon seit über einem Jahr zu verwenden. Weil

Doping der Zukunft? Schon jetzt haben Sportler mit Mutationen die Nase vorn 1.10.2000

Doping der Zukunft? Schon jetzt haben Sportler mit Mutationen die Nase vorn "Sobald es gentherapeutische Verfahren gibt, um Skelettmuskeln wachsen zu lassen, werden die auch im Leistungssport missbraucht" Interview mit Professor Horst Michna aus Köln. Was Dopingfahnder in Zukunft erwartet, berichtet der ehemalige Weltklasseruderer und Experte für Wachstumshormone im Gespräch mit der "Aerztezeitung". Aerztezeitung: In Sydney sehen wir die ersten Wachstumshormonspiele, sagen Doping-Experten. Sie kritisieren, dass Athleten dort nicht auf HGH (human growth hormon) überprüft werden, obwohl das bereits möglich sei. Müssen wir davon ausgehen, dass bei den Spielen viele Athleten mit dem Hormon HGH gedopt sind? Michna: Ja, das

Nandrolon: Michelle Smith, Petr Korda, Linford Christie, Merlene Ottey – Steigende Zahl der Befunde dank neuer Messtechnik? August 99

Die Nandrolon-Seuche: Steigende Zahl der Befunde dank neuer Messtechnik? Neue Zürcher Zeitung 20.8.99 Von Arnd Krüger Der Autor, einst Mittelstreckenläufer, hat einen Lehrstuhl am Institut für Sportwissenschaft an der Universität Göttingen. Seit einem Jahr grassiert unter Spitzensportlern verschiedener Sparten die Nandrolon-Seuche. Der Tennisprofi Petr Korda wurde mit einem zu hohen Nandrolon-Wert im Urin erwischt, musste eine Geldstrafe zahlen, verlor ATP-Punkte, wurde aber nicht gesperrt, der Olympiasieger und Weltmeister Linford Christie wurde überführt und erwartet seine Strafe, vier französische Fussballprofis (einschliesslich Christophe Dugarry aus dem Team des Weltmeisters) und Judo-Olympiasieger Djamel Bouras wurden mit zu hohen Nandrolon-Werten getestet. Während Bouras gesperrt

Gleich viel ist nicht immer gleich hart — Harmonisierung in der Dopingbekämpfung aus der Sicht eines Juristen (9.11.01)

Gleich viel ist nicht immer gleich hart Harmonisierung in der Dopingbekämpfung aus der Sicht eines Juristen Harmonisierung ist in der Dopingbekämpfung ein Schlagwort, das von der internationalen Antidoping-Agentur Wada bis hinunter in die nationalen Verbände Konjunktur hat. In der Öffentlichkeit steht dabei die Frage der Sanktionen im Vordergrund: Gleiches Recht für alle wird mit dem Prinzip gleiche Strafe für gleiches Vergehen gleichgesetzt. Warum soll ein Radprofi, der des EPO-Dopings überführt wurde, nach sechsmonatiger Pause wieder in den Sattel steigen dürfen, derweil ein Ruderer mit einem zweijährigen Bann belegt wird? Stephan Netzle befasst sich beruflich aus verschiedenen Perspektiven mit dem Thema

Doping: Spitzensport als gesellschaftliches Problem: Eine Verschwörung auf breiter Ebene. Welche sportpolitischen Interessen sind in Verbänden und Regierungen wirksam? 16.8.2000

Doping: EPO - vom Medikament zur perfekten Wunderwaffe im Sport NZZ 18.3.00 Zum Stand der Forschung nach einem Nachweisverfahren von Doping mit Erythropoietin Von Matthias Kamber, Primus Mullis und Martial Saugy [Autoren] "Um 10.50 Uhr war der Giro tot": So titelte eine Zeitung am 6. Juni 1999, nachdem bekanntgeworden war, dass der Radrennfahrer Marco Pantani vor der zweitletzten Etappe des Giro d'Italia einen Hämatokritwert von über 50 Prozent hatte. Es gibt wohl keinen anderen Wert, welcher im Zusammenhang mit der Dopingbekämpfung bekannter, umstrittener und diskutierter ist als dieser Grenzwert von 50 Prozent. Im nachfolgenden Artikel werden die jüngsten wissenschaftlichen Erkenntnisse