„Sportler nehmen Kortikoide wie Lebensmittel ein“ Juli 99

"Sportler nehmen Kortikoide wie Lebensmittel ein" - Andres als EPO sollen Kortikoide nachweisbar sein - Verbandsfunktionäre in der Zwickmähle Neue Zürcher Zeitung Nr. 161 vom 15. Juli 1999 Ein "echter" Dopingskandal hat die diesjährige Tour de France bis zur Stunde noch nicht erschüttert, auch ein Fall von Gesundheitsvorsorge wie am Giro d'Italia (Pantani) hat die Organisatoren auf ihrem Weg der Erneuerung bisher nicht gestoppt. In der Gerächteküche brodelt es dagegen. Demnach soll der Radsport-Weltverband (UCI) ein neues Testverfahren, mit dem der verbotene Gebrauch von Kortikoiden im Urin nachgewiesen werden kann, während der Tour zur Anwendung kommen lassen. Die auf Grund

Wie funktionieren Wachstumshormone?

Wie funktionieren Wachstumshormone? © Felix Gmünder, Schwimmverein Limmat Zürich Das "Wachstumshormon" oder Somatotrope Hormon (STH) ist eine natürliche, körpereigene Substanz, welches vom Hypophysenvorderlappen gebildet wird und nicht auf ein spezifisches Zielorgan wirkt. Aus ungenügender STH-Produktion entsteht im Kindes- und Jugendalter Zwergwuchs. Beim Erwachsenen wird es zwar immer noch produziert, aber es wirkt nicht mehr wachstumsfördernd sondern leicht anabol, d.h. muskelbildend sowie stärkend auf Bindegewebe und Sehnen. Seit einigen Jahren wird zur Behandlung des Zwergwuchses humanes Growth Hormone (hGH) gentechnologisch hergestellt. Irgendwann kam dann ein Arzt auf die Idee, hGH als Dopingmittel einzusetzen. hGH hat im Körper eine kurze Halbwertszeit und

Mehr Doping-Kontrollen: Die Schweiz hat ein neues Dopingstatut Nov. 99

Mehr Doping-Kontrollen TA vom 8.11.99 Die Schweiz hat ein neues Dopingstatut Martin Sterchi, Präsident der Fachkommission für Doping-Bekämpfung, ist damit noch nicht glücklich. Das Schweizer Sportparlament, die Generalversammlung des Schweizerischen Olympischen Verbandes (SOV), hiess am vergangenen Samstag in Bern eine Teilrevision des Dopingstatuts einstimmig gut und bestätigte Jean-Marc Schwenter, Staatsanwalt des Kantons Waadt, als Delegierten für Dopingfälle. Nach dem neuen Statut wird es in der Schweiz nur noch unangekündigte, so genannte Kontrollen on the spot geben. Im abgelaufenen Berichtsjahr waren noch 1349 von 1725 Kontrollen 36 Stunden zuvor angekündigt worden und dementsprechend von geringem Wert. Trotzdem gab es acht positive

Systematisches Doping im Schwimmen? – Behauptungen von Bremer und Warnecke (20.10.98)

Neue Zürcher Zeitung Nr. 243 vom 20.10.98 Überall auf der Welt wird mittlerweile flächendeckend gedopt, Ärzte und Betreuer steuern die Dosierung, im Labor werden die Werte überwacht. Diese Ansicht vertreten die beiden deutschen Schwimmer Chris-Carol Bremer und Mark Warnecke. "In den Taschen von Schwimmern findet man Testosteron und Epo",behauptet Bremer, 1994 in Rom WM-Dritter über 20Q m Delphin und Aktivensprecher des deutschen Schwimm-Verbandes. Bremers Schluss lautet: "Es ist kein Geheimnis, dass Dopingkontrollen problemlos umgangen werden können." Ein Arzt und ein Labor, also "Fachwissen von Experten", gehören laut Bremer dazu, um den Doping-Kontrolleuren weltweit durch die Lappen gehen zu können. "Das

Mit moderner Technik sind Dopingsubstanzen langfristig nachweisbar 9.9.2000

Mit moderner Technik sind Dopingsubstanzen langfristig nachweisbar Bei den Olympischen Sommerspielen in Sydney wird es erstmals in der Geschichte der olympischen Bewegung Blutkontrollen geben, um Manipulationen mit Erythropoetin (EPO) nachzuweisen. In der Vergangenheit standen eher andere Dopingpräparate im Mittelpunkt der Spiele, vor allem Stimulantien und Anabolika. Welche Substanzen sind im Berufssport verboten, wie werden sie nachgewiesen? Eine Übersicht hierüber bietet Professor Wilhelm Schänzer, Leiter des Instituts für Biochemie der Deutschen Sporthochschule in Köln in der Deutschen Zeitschrift für Sportmedizin (51, 2000, 260). Bei den Dopingbestimmungen im Profisport gibt das Internationale Olympische Komitee (IOC) bislang den Ton an. Was Doping ist,

Dopingkontrollen in der Schweiz: Neues Kontrollkonzept Juli 99

Dopingkontrollen in der Schweiz: Neues Kontrollkonzept Tages-Anzeiger vom 21.7.99 Die Dopingkontrolleure des Schweizerischen Olympischen Verbandes (SOV) haben jüngst in zwei Fällen keine gute Figur gemacht. Jetzt soll das System geändert werden. Von Peter Haab Zwei Aktionen von Dopingkontrolleuren des Schweizerischen Olympischen Verbandes haben in den vergangenen Wochen in der Öffentlichkeit für Schlagzeilen gesorgt. Erst gabs die Konfusion um eine Verwechslung im Fall von Radprofi Armin Meier. Und beim Tennisturnier in Gstaad wurde ein SOV-Kontrolleur mit dem Hinweis, dass die Doping-Rechtshoheit bei der ATP liege, höflich, aber bestimmt von der Anlage gewiesen. Zwei Vorfälle, die der Glaubwürdigkeit des Olympischen Verbandes in

Probenicid als Dopingmittel?

© Felix Gmünder, Schwimmverein Limmat Zürich Was ist Probenecid? Probenecid als Dopingmittel Probenecid ist ein weisses, kristallines Pulver (Molekulargewicht: 285.4) und wird in der Medizin zur Behandlung von chronischer Gicht eingesetzt. Probenecid ist ein relativ altes Medikament, ist nur auf Rezept erhältlich und wird in der Schweiz nicht mehr vertrieben. Es bewirkt die Entfernung von überschüssiger Harnsäure aus dem Blut. Probenecid heilt Gicht nicht, aber nach einer gewissen Einnahmezeit von einigen Monaten bewirkt es eine Verminderung von Gicht Attacken. Probenecid bewirkt bei gewissen Substanzen eine verminderte Ausscheidung, durch vermehrten Rückhalt in der Niere. So können z.B. Antibiotika bei Niereninfekten länger

Harte Kritik: Steht die Dopingkontrolle in der Schweiz in der Sackgasse? Mit Replik von SOV-Direktor Marco Blatter (Dez 99)

Die nationale Dopingbekämpfung in der Sackgasse - Professionalisierung oder Abschaffung NZZ im Dezember 1999 Die Situation ist verworren: Doping ist nicht nur im Spitzensport zum allgegenwärtigen Thema geworden, auch der Breitensport ist davon betroffen. Und spätestens seit den Vorkommnissen an der Tour de France 1998 setzt sich die Öffentlichkeit so intensiv wie nie zuvor mit einem Phänomen auseinander, das gar nicht so richtig fassbar ist. Der Staat und der privatrechtliche Sport bekennen sich beide zu ihrer Verantwortung und plädieren für eine Intensivierung von Forschung und Repression - auf der anderen Seite demonstrieren sie ihre Machtlosigkeit in praktisch all ihren Handlungsweisen.

Doping im Schwimmen

Chronologisches Doping-Archiv mit allen für das Schwimmen relevanten Doping-Nachrichten seit Februar 1998; nachgeführt am 8.11.2008 [730 kB] Die Doping-News Internetseite Die EPO-Trilogie: Nach EPO und Aranesp gelangt mit Dynepo ein neues Dopingmittel auf den "Markt". (5.9.2002) Neuer Serumtest zum Nachweis von Wachstumshormonen. (5.7.2002) Doping im Fitnesscenter: Fast 6 Prozent aller Besucher von Fitnesszentren nehmen regelmässig Doping (18.5.2002) Fitnesswahn verführt Freizeitsportler zum Doping. Eine EU-Studie zum Doping-Missbrauch in Fitness-Studios belegt: Doping ist kein Phänomen, das lediglich auf Leistungssport und Body-Building-Szene beschränkt ist. Selbst Freizeit- und Breitensportler greifen zu Arzneimittel, um Trainingserfolge zu verbessern. Bei allen vernünftigen Vorschlägen, wie dieser Trend bekämpft

Seit wann gibt es ein Dopingverbot? 9.9.2000

Seit wann gibt es ein Dopingverbot? Die ersten Dopingverbote sind vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) 1967 eingeführt worden, nachdem zuvor mehrere Radprofis nach der Einnahme von Drogen-Cocktails gestorben waren. Verboten wurden zunächst Substanzen aus der Gruppe der Stimulantien (etwa Amphetamine) und der Gruppe der Narkotika (zum Beispiel Morphine). 1974 setzte das IOC anabol androgene Steroidhormone (AAS) wie Metandienon, Nandrolon und Stanozolol auf die Doping-Liste, ab 1984 das körpereigene Testosteron und Koffein mit einem Grenzwert. 1988 folgten die Beta-Blocker (die eingeschränkt zugelassen sind) und die Diuretika, ab 1989 schliesslich Peptidhormone wie Erythropoetin (EPO) und Wachstumshormone (HGH).