Die Sportler werden zu „Laborratten“ Februar 99

Der Zürcher Sportarzt Walter O. Frey erklärt, warum Sportler zu Doping greifen, welche Risiken sie dabei eingehen und was es braucht, um dem Missbrauch vorzubeugen. Mit Walter O. Frey sprachen Jürg Casanova, Dominique Eigenmann und Sabine Klapper vom Tages-Anzeiger Das Sportjahr 1998 wurde stark vom Thema Doping geprägt: von der Schwimm- WM über die Tour de France bis zum italienischen Fussball. Wie haben Sie persönlich dieses Dopingjahr erlebt? Überrascht war ich eigentlich nicht, das Thema ist ja nicht neu. Neu war im Laufe dieses Jahres die Thematisierung des Problems in breiten Kreisen der Bevölkerung. Hat sich seither in Ihrer Arbeit

EPO-Spiele auch in Sydney? 9.12.2000

EPO-Spiele auch in Sydney? Eine norwegische Studie beweist, dass noch kein Nachweisverfahren greift In Sydney hatte es trotz entsprechenden Kontrollen keinen EPO-Fall gegeben. Dass die Spiele deswegen nicht EPO- frei gewesen sein müssen, beweist eine seriöse wissenschaftliche Studie aus Norwegen. Ebenso ambitioniert, wenn auch unter anderen Vorzeichen, ging der spanische Verfasser eines Trainingslehrbuchs ans Werk. Der deutsche Sportwissenschafter Arnd Krüger hat beide Publikationen gelesen. Das IOK hat sich redlich Mühe gegeben, Sydney 2000 als die Olympischen Spiele darzustellen, an denen nach den EPO-Spielen von 1992 und 1996 endlich seriöse Kontrollen stattgefunden haben. Dem wurde nun in einer der bedeutendsten sportmedizinischen

100 Jahre Doping Sept. 99

100 Jahre Doping: Annäherungen an eine Geschichte der künstlichen Leistungssteigerung im Radsport Neue Zürcher Zeitung 3.9.99 Von Michael Gamper Der Gebrauch von Dopingmitteln ist im Radsport als Geheimpraktik stets Usus gewesen, die neueren Enthüllungsberichte geben nun auch Aussenstehenden einen Einblick in den Umgang mit leistungsfördernden Mitteln im Velometier und in deren Funktion. Eine historische und ethnologische Betrachtung kann neue Perspektiven auf die momentane Dopingdiskussion eröffnen, indem sie die heutigen Haltungen des Radmilieus und der Dopinggegner gleichermassen geschichtlich perspektiviert und diese als partikulare, in bestimmten Traditionen stehende Meinungen zeigt. Das Elend des Dopingdiskurses erweist sich so als eines der undurchdachten Grundlagen.

Fitnesswahn verführt Freizeitsportler zum Doping. Eine EU-Studie zum Doping-Missbrauch in Fitness-Studios belegt: Doping ist kein Phänomen, das lediglich auf Leistungssport und Body-Building-Szene beschränkt ist. Selbst Freizeit- und Breitensportler greif

Fitnesswahn verführt Freizeitsportler zum Doping Von Hanno Kautz, Ärztezeitung Beim Blick auf den Laborbefund schrillen die Alarmglocken. "Sie haben Leberwerte wie ein Alkoholiker", versucht der diensthabende Arzt in der Notaufnahme der Berliner Charité patientengerecht zu übersetzen. Vergebens. Er erntet lediglich breites Grinsen. Der 20jährige Hüne vor ihm spielt lieber mit seinen Muskeln als mit seinem Verstand. Er habe die jüngste Anabolikakur wohl nicht so gut vertragen, meint er lakonisch. "Tiefstes Wedding  -  "unbelehrbar", wird sein Arzt später resigniert feststellen. Europaweite Studie belegt Doping im Freizeitsport Das Phänomen ist dem Doktor nur zu bekannt. Dass beim Versuch, zum Schwarzenegger-Verschnitt zu mutieren,

Doping: Spitzensport als gesellschaftliches Problem (II). Keine Frage der Moral 23.8.2000

Doping - Spitzensport als gesellschaftliches Problem II Keine Frage der Moral Warum sich das Dopingproblem mit den bisherigen Handlungsstrategien nicht lösen lässt Von Karl-Heinz Bette und Uwe Schimank, Heidelberg Doping ist ein Thema, das keiner langen Hinführung bedarf. Zu viele einschlägige Fälle sind dem Sportinteressierten in den vergangenen Jahren berichtet worden. Ben Johnson war keineswegs der erste prominente Dopingsünder, und Dieter Baumann wird nicht der letzte zu verhandelnde Fall gewesen sein. Mit dem gerade zitierten Ausdruck «Dopingsünder» ist ein zentraler Topos der gängigen, nicht zuletzt durch die Massenmedien verbreiteten Sicht auf Doping angesprochen: die moralisierende Personalisierung des Problems. Charakterschwache Individuen

Ohne Bluttests sind auf Jahre hinaus keine Lösungen in Sicht Februar 99

Ohne Bluttests sind auf Jahre hinaus keine Lösungen in Sicht Der Schweizer Doping Spezialist Martial Saugy zu den aktuellsten Forschungstendenzen Neue Zürcher Zeitung, 6.2.1999 Die Doping-Weltkonferenz des Internationalen Olympischen Komitees (IOK) ist am Donnerstag mit der Verabschiedung der Lausanner Deklaration zu Ende gegangen. Die Sportfunktionäre jubelten, die politischen Instanzen meldeten ihre Bedenken an. Der Leiter des Swiss Laboratory for Analysis of Doping, Martial Saugy, äussert sich zum Verdikt von Lausanne, zu ethischen und medizinischen Fragen, zu Ängsten und Hoffnungen. Die Fragen stellte Jan Mühlethaler. Zur Person von Martial Saugy zz. Der Schweizer Martial Saugy ist wissenschaftlicher Direktor am Institut universitaire

Spanische Doping-Dokumentation vom Feinsten 9.12.2000

EPO-Spiele auch in Sydney? Eine norwegische Studie beweist, dass noch kein Nachweisverfahren greift In Sydney hatte es trotz entsprechenden Kontrollen keinen EPO-Fall gegeben. Dass die Spiele deswegen nicht EPO- frei gewesen sein müssen, beweist eine seriöse wissenschaftliche Studie aus Norwegen. Ebenso ambitioniert, wenn auch unter anderen Vorzeichen, ging der spanische Verfasser eines Trainingslehrbuchs ans Werk. Der deutsche Sportwissenschafter Arnd Krüger hat beide Publikationen gelesen. Das IOK hat sich redlich Mühe gegeben, Sydney 2000 als die Olympischen Spiele darzustellen, an denen nach den EPO-Spielen von 1992 und 1996 endlich seriöse Kontrollen stattgefunden haben. Dem wurde nun in einer der bedeutendsten sportmedizinischen

Wasser auf die Mühlen von Betrügern Sept. 99

Doping: der stete Kampf gegen Gleichgültigkeit: Wasser auf die Mühlen von Betrügern Neue Zürcher Zeitung 3.9.99 Von Christoph Fisch Im allgemeinen Dopingdiskurs wird gerne mit den liberalen Praktiken in den USA argumentiert. Kreatin, das auf keiner Dopingliste erscheint (obwohl dazu laut Wilhelm Schänzer, dem Leiter des Kölner Anti-Doping- Labors, alle wichtigen Voraussetzungen wie leistungssteigernde Effekte und einschneidende Nebenwirkungen erfüllt sind), ist dort in jedem grösseren Supermarkt erhältlich, weshalb gerade Europäer sich legitimiert fühlen, das Wunderpulver hemmungslos zu konsumieren, um einen allfälligen Wettbewerbsnachteil wettzumachen. Die Crux dieser Argumentation: In den Vereinigten Staaten werden auch Schusswaffen an fast jeder Strassenecke feilgeboten. Sowenig

Doping im Fitnesscenter: Fast 6 Prozent aller Besucher von Fitnesszentren nehmen regelmässig Doping (18.5.2002)

Doping im Fitnesscenter Fast 6 Prozent aller Besucher von Fitnesszentren nehmen regelmässig Doping. Von Mark Schenker, Brüssel [Tages-Anzeiger, 18.5.2002] Der Konsum von Medikamenten und Präparaten zur Steigerung der sportlichen Leistung, kurz: Doping, ist in der EU viel weiter verbreitet als bisher angenommen. Zu diesem Schluss kommt eine neue Untersuchung, welche die Luxemburger Kommissarin Viviane Reding, zuständig für Jugend und Sport, diese Woche präsentiert und entsprechend Alarm geschlagen hat. Vor allem jugendliche Besucher von Fitnesszentren nehmen häufig Dopingmittel wie Anabolika, Diuretika, Aufputsch- und Nahrungsergänzungsmittel wie etwa Kreatin ein. Dazu kommen Anti-Östrogene, welche die schädlichen Nebenwirkungen der Anabolika angeblich verringern sollen. Dabei

Eine Fülle neuer Medikamente wird im Sport zum Doping missbraucht – viele stehen nicht einmal auf der Liste der verbotenen Stoffe: „Sich trotz der Kontrollen zu dopen, ist sehr leicht“ 23.8.2000

"Sich trotz der Kontrollen zu dopen, ist sehr leicht"   Eine Fülle neuer Medikamente wird im Sport zum Doping missbraucht - viele stehen nicht einmal auf der Liste der verbotenen Stoffe. Mit Patrick Laure sprach Dominique Eigenmann Man hat in letzter Zeit viel von Fortschritten im Kampf gegen Doping gesprochen. Welches sind die grössten Erfolge? Den grössten Fortschritt haben die so genannten Gesundheitstests erbracht, wie sie beispielsweise im Radsport praktiziert werden. Dabei werden verschiedene Blutwerte der Athletinnen und Athleten über längere Zeit kontrolliert. Manipulatorische Abweichungen werden dabei sichtbar. Der Nachteil dieses Verfahrens besteht freilich darin, dass es kein eigentlicher Dopingtest