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Die Doping Konferenz endet ohne handfeste Ergebnisse

(Kommentar vom 4.2.)

Am letzten Tag der Welt-Dopingkonferenz in Lausanne schrieben die Medienvertreter kopfschüttelnd ihre Berichte. Sie fragten sich, was die Konferenz gebracht hat, ausser dass man einige Tonnen Papier verbraucht hat. Am Donnerstagmorgen erhielten die 580 Delegierten einen Entwurf für einen Beschluss, der über Nacht ausgearbeitet wurde. Verdächtig war aber nur schon, dass Samaranch das Papier "einen grossartigen Sieg für den sauberen Sport" pries.

Viele Delegierte taten sich schwer mit dem schwerverdaulichen Papier. Der schwergewichtige Fussballverband, im Schlepptau die anderen Grossverbände, u.a. die Radfahrer, hatte in der Nacht die generelle 2-jährige Sperre mit der Formulierung "minimal 2 Jahre, unter aussergewöhnlichen Umständen kann davon abgewichen werden" durchgeboxt. Damit ist die Idee der generellen 2-Jahressperre gefallen. Der Triathlon Verband bestand vergeblich auf einer Abstimmung. Samaranch feierte den Gag im Entwurfspapier, dass nun auch Trainer und Offizielle den olympischen Eid zu leisten haben, als grossen Erfolg!

Damit waren die schönen Worte und der Optimismus der Politiker vom ersten Tag endgültig in den Wind geschlagen.

Die Schaffung einer "unabhängigen" Dopingagentur wurde an eine Arbeitsgruppe übertragen. Die Zusammensetzung und Finanzierung ist noch nicht bekannt.

Der britische Sportminister Tony Banks fasste die Stimmung trefflich zusammen, hinter einem solchen Papier könne er nicht stehen. Die Formulierung um die 2-Jahressperre sei minimalistisch und gummig. Die vorgeschlagene 2-Jahressperre werde unterminiert.

Die dänische Sportministerin, Elsebeth Gerner Nielsen, reagierte wütend, das IOC habe nun bewiesen, dass es weder Wille und Kraft habe, etwas gegen das Doping zu tun.

Zum Abschluss kam Dick Pound die Idee, dass Samaranch doch die Doping-Agentur selber leiten solle. Damit könne er beweisen, dass die Schlacht für die glaubwürdige Führerschaft und Handlungsbereitschaft des IOC noch nicht geschlagen ist ...

Die Deklaration von Lausanne im Wortlaut

1. Aufklärung, Prävention und Rechte der Athleten

Der olympische Eid wird auf Trainer und Funktionäre ausgeweitet und umfasst die Achtung von Integrität Ethik und Fairplay. Aufklärungs- und Präventionskampagnen werden intensiviert und konzentrieren sich vor allem auf die Jugend, die Sportler und ihr Umfeld. Bei allen Massnahmen zur Bekämpfung von Doping wird vollkommene Durchsichtigkeit gewährt, mit Ausnahme der zum Schutz der Persönlichkeitsrechte der Athleten notwendigen Vertraulichkeit. Im Rahmen der Kampagnen gegen Doping wird die partnerschaftliche Zusarnmenarbeit mit den Medien gesucht.

2. Der Antidoping-Code der olympischen Bewegung

Der Antidoping-Code der olympischen Bewegung wird als Grundlage der Dopingbekämpfung anerkannt. Von Doping spricht man, wenn ein Kunstgriff (in Form einer Substanz oder einer Methode) eingesetzt wird, welcher der Gesundheit des Athleten schaden kann und/oder seine Leistung verbessem soll, wenn im Körper des Athleten eine Substanz entdeckt wird, die im Anhang des Antidoping-Code der olympischen Bewegung aufgeführt ist oder wenn eine Methode angewandt wurde, die in obgenannter Liste aufscheint.

Der Antidoping-Code der olympischen Bewegung gilt für alle Athleten, Trainer, Instruktoren, Funktionäre sowie sämtliche Angehörigen des medizinischen und paramedizinischen Personals, die Athleten anlässlich der Teilnahme an sportlichen Wettkämpfen im Rahmen der olympischen Bewegung oder der Vorbereitung darauf betreuen oder behandeln.

3. Strafen

Strafmassnahmen zur Ahndung von Dopingmissbrauch werden im Rahmen der Kontrollen innerhalb und ausserhalb der Wettbewerbe verhängt. Gemäss den Wünschen der Sportler, der NOK und der grossen der internationalen Verbände ist bei erstmaligem Missbrauch schwerwiegender Dopingsubstanzen oder verbotener Methoden als Mindeststrafe eine zweijährige Sperre des Sportlers für sämtliche Wettbewerbe vorgesehen. In.Ausnahmefällen kann in Anbetracht besonderer Umstande, die in erster Instanz von den zuständigen Organen der internationalen Verbände beurteilt werden, eine von der zweijährigen Mindeststrafe abweichende Regelung getroffen werden. Es können zusätzliche Strafen oder Massnahmen verhängt werden. Die Strafen gegen Trainer und Funktionäre, die gegen den Antidoping-Code der olympischen Bewegung verstossen, werden strenger.

4. Internationale unabhängige Antidoping-Agentur

Es wird eine internationale, unabhängige Antidoping-Agentur geschaffen, die rechtzeitig zu den Spielen in Sydney funktionsfähig sein soll. Diese Institution hat besonders zur Aufgabe, die verschiedenen Programme zu koordinieren, die zur Umsetzung der Ziele nötig sind, die von allen Beteiligten gemeinsam festgelegt werden müssen. Im Rahmen dieser Programme sollen folgende Punkte berücksichtigt werden: Ausdehnung der Kontrollen ausserhalb der Wettbewerbe, Koordination der Forschungsarbeiten, Förderung von Aufklärungs- und Präventions-Massnahmen sowie die Harmonisierung der technischen und wissenschaftlichen Normen und Verfahren zu Analyse und Ausrüstung. Auf Initiative des IOK soll innert dreier Monate eine Arbeitsgruppe zusammentreten, in der die olympische Bewegung inklusive Sportlern sowie die Regierungen und regierungsähnlichen Organisationen vertreten sind, um die Struktur, die Aufgaben sowie die Finanzierung der Agentur festzulegen. Das IOK verpflichtet sich, der Agentur 25 Millionen Dollar zuzuweisen.

5. Die verschiedenen Zuständigkeiten

Bei der Umsetzung der Doping-Regeln behalten das IOK, die internationalen Verbände und die NOK im Rahmen ihrer eigenen Verfahren und in Zusammenarbeit mit der internationalen unabhängige Doping-Agentur ihre jeweiligen Kompetenzen und Zuständigkeiten. Daher werden erstinstanzliche Urteile ausschliesslich von den internationalen Verbänden oder den NOK oder, im Rahmen der Olympischen Spiele, vom IOK gefällt. Für letztinstanzlich Urteile anerkennen das IOK, die internationalen Verbände und die NOK die Zuständigkeit des Tribunal Arbitral du Sport, nachdem alle Instanzen ihrer eigenen Verfahren ausgeschöpft worden sind. Zum Schutze der Sportler und zur Wahrung ihrer Rechte im Disziplinarverfahren gelten die Rechtsgrundlage wie das Recht auf Anhörung, das Recht auf Rechtsbeistand, das Recht, Beweise beizubringen, und das Recht, Zeugen zu laden, in allen Verfahren.

6. Zusammenarbeit zwischen Verband und Behörden

Im Kampf gegen Doping wird die Zusammenarbeit zwischen den Sportverbänden und den öffentlichen Behörden im Rahmen der Zuständigkeiten jeder Partei verstärkt. Sie kümmern sich gemeinsan um Aufklärung, Forschung, gesellschaftliche und gesundheitliche Massnahmen zum Schutz der Athleten und um die Koordinierung der Gesetzgebung au dem Gebiet des Dopings.



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