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Australian Institute of Sports: Wie man Nullen in Schwimmhelden verwandelt

Es brauchte etwas Spezielles für die Wende in Australiens Sportglück. Jetzt wird das Geheimnis offen gelegt. Wer wird der Nächste sein? fragt Wilson da Silva, Sydney

(New Scientist magazine, vol 173, 2327, 26/01/2002, Seite 30).


Australian Institute of Sports: Zeros into swimming heroes

It took something special to turn round Australia's sporting fortunes. Now the secret's out, who'll be next in the top spot asks Wilson da Silva, Sydney

(New Scientist magazine, vol 173, 2327, 26/01/2002, page 30).


© Deutsche Übersetzung Felix Gmünder, Schwimmverein Limmat Zürich.

Sie spielen hart, spielen viel und sie spielen um zu gewinnen. Die australischen Sportmannschaften gewinnen anteilmässig mehr Titel als ihnen zustünde, Rivalen werden mit Leichtigkeit demoliert. Die Australier sind auch in Einzelsportarten an der Spitze der Ranglisten, beispielsweise im Schwimmen, Golf, Squash und Triathlon. Wie machen sie das nur?

Einen grossen Anteil am Geheimnis ist ein ausgedehntes und teures Netzwerk von Sporthochschulen unterstützt durch Wissenschaft und Medizin. Während zwei Jahrzehnten hat Australien ohne viel Rumore in die Sportwissenschaft und -förderung investiert. Ein nationales System wurde aufgebaut, das Talente aufsaugt und in Sieger verwandelt. "Es war eine 20-jährge Entwicklung der engen Zusammenarbeit mit Trainern und Athleten, bei der die Fragen an die Wissenschaft in von den Trainern anwendbare Antworten verwandelt wurden," sagt Peter Fricker, Leiter der Sportwissenschaft beim Australian Institute of Sports.

Es hat sich ausgezahlt. Seit das nationale System 1981 aufgebaut wurde ("Aufstieg aus der Asche"), haben die an olympischen Spielen gewonnenen Medaillen von 9 in Moskau auf 58 in Sydney zugenommen. Damit steht Australien mit einer Bevölkerungszahl von 19.4 Millionen auf Platz 4. Ein Teil ist sicher dem Heimvorteil zuzuschreiben. Aber nur die USA, Russland und China gewannen mehr Medaillen. Australien lag vor Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, den Briten und Kanada - bevölkerungsreiche Länder, die unter gleichen Voraussetzungen Australien hätten mit Leichtigkeit schlagen müssen.

Aber nicht nur in den olympischen Sportarten sind die Australier vorne. Sie sind auch die Worldchampions im Rugby, Cricket, Netzball und Squash, und letztes Jahr verpasste das Herren-Tennisteam den Davis Cup nur knapp.

Nur gerade 10 Autominuten ausserhalb Canberras Zentrum liegt in einer ruhigen Vorortsatmosphäre auf 65 Hektaren Grünanlage verteilt das Nervenzentrum dieser "Suche der Besten": Eine Anhäufung von Gebäuden, Sportplätzen und Parks die das Australian Institute of Sport (AIS) ausmachen. Hier leben und trainieren 350 vielversprechende Talente und Profis unter den Augen einer Legion von Trainern und Sportwissenschaftlern. Tag für Tag werden sie angestachelt und -getrieben, abgerieben und videogetapt, überwacht und gemessen mit einer Intensität wie man es sich nur bei einem Astronautenprogramm vorstellt. weitere 250 etablierte Athleten besuchen das Zentrum regelmässig für Trainings und Leistungskontrollen. Mehr als die Hälfte des australischen Olympiateams waren AIS-Athleten, die ikonenhafte Cathy Freeman inklusive.

Eine weitere Institution, die australische Sports Commission, betreibt in 400 Zentren Eliteprogramme in 96 Sportarten, vom Bogenschiessen bis zum Ringen. Jederzeit sind 4'500 Sportlerinnen und Sportler unter dem wachsamen Auge der Wissenschaftler der Sports Commission. Darüber hinaus hat jeder Staat und jedes Territorium (Australien kennt neben Staaten auch "Territorien", z.B. das Northern Territory) ein eigenes Sportinstitut. Der beölkerungsreichste Staat, New South Wales hat zusätzlich 8 Sporthochschulen. Jede verfügt über umfangreiche Trainings- und ernährungsberatung sowie Sportanlagen.

Mehr als 34'000 Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis 16 Jahren werden jährlich durch dieses System geschleust. Junge talentierte Australier werden, ganz egal in welcher Sportart, erkannt und erfasst. Es handelt sich um ein nationales Schleppnetz, das dem bevölkerungsarmen Land hilft aus dem Wenigen das Beste herauszuholen.
THEY play hard, they play often, and they play to win. Australian sports teams win more than their fair share of titles, demolishing rivals with seeming ease. And Australians top the rankings in numerous individual sports, from swimming to golf and squash to triathlon. How do they do it?

A big part of the secret is an extensive and expensive network of sporting academies underpinned by science and medicine. For two decades Australia has quietly invested in sports research and development, building a national system that scoops up talent and turns it into victories. "It's been a 20-year process of working hands-on with coaches and athletes, developing research questions and applying the answers back to coaching," says Peter Fricker, chief of sports science at the Australian Institute of Sport.

It has certainly paid off. Since the national system was set up in 1981 (see "Rising from the ashes"), the country's medal tally at the summer Olympics has soared from 9 in Moscow in 1980 to 58 in Sydney in 2000. Australia finished fourth in the medals table-a remarkable achievement for a country with a population of just 19.4 million. True, it had home advantage, which always seems to help. But only the US, the Russian Federation and China won more medals. Australia came in ahead of Germany, France, Italy, Spain, Britain and Canada-rich and populous nations that, all things being equal, should have beaten it with ease.

It's not just in Olympic sports that Australians do well. Its teams are reigning world champions at rugby league, rugby union, cricket one-day and test match, netball and squash, and the men's tennis team narrowly failed to win last year's Davis Cup.

Just 10 minutes' drive from the centre of Canberra, sprawling across 65 leafy hectares in a quiet suburban setting, is the nerve centre of this quest to be best: a scattering of buildings, sports fields and parkland that makes up the Australian Institute of Sport (AIS). Here, 350 promising youngsters and established pros live and train under the eyes of a legion of coaches and sports scientists. Day in, day out they are prodded and poked, swabbed and videotaped, watched and measured with an intensity more often associated with the space programme. Another 250 established athletes regularly visit for training and performance analysis. More than half of the Australian team at the 2000 games were AIS athletes, including the iconic 400 metres champion Cathy Freeman.

Another body, the Australian Sports Commission, runs programmes of excellence in 96 sports, from archery to wrestling, at 400 centres. At any time, 4500 sportsmen and women are under the watchful eye of the commission's sports scientists. On top of that, each state and territory has its own sports institute, and the most populous state, New South Wales, has a further eight regional academies. Each provides intensive coaching, training facilities and nutritional advice.

More than 34,000 children, ranging in age from 8 to 16, pass through the system every year. If you're a young Australian and show talent in just about any sport, you'll be spotted and signed up. It's a national dragnet that helps the country extract the most from its small population.
In den Sporthochschulen steht die Sportwissenschaft im Zentrum. Das AIS beschäftigt mehr als 100 Sportwissenschaftler und Ärzte, die mit Unzähligen anderen an Universitäten und Forschungsinstituten zusammenarbeiten. AIS-Wissenschaftler arbeiten quer über alle Sportarten hinweg und können so das in einer Sportart gelernte in anderen anwenden, beispielsweise Krafttraining bei Golfern im Schwimmen und Squash. Sie werden durch Techniker unterstützt, die Geräte für die Datenerfassung bei den Athleten entwickeln. Sie alle haben nur ein Ziel: Gewinnen. "Wir können unsere Zeit nicht mit der Untersuchung von weltfremden wissenschaftlichen Fragestellungen vergeuden, die den Trainern nicht bei der Arbeit zur Leistungssteigerung mit einem Athleten helfen," sagt Fricker.

Ein grosser Teil der Arbeit besteht darin, alles Messbare zu messen, sei es der Eintauchwinkel eines Schwimmers beim Sprung in den Pool, sei es alle Sekunden die Leistung eines Radfahrers. Diese Daten werden gebraucht, um die Athleten leistungsmässig auszuwinden. Im Blickpunkt ist stets der einzelne Sportler: Verstehen, wie einer schwimmt, wie einer den Schlagstock schwingt, um dann ihre Technik fein zu justieren, dass noch eine Hunderstelsekunde oder ein Extra-Millimeter herausgeschunden werden kann. Keine Verbesserung ist zu klein, um sich nicht darum zu kümmern. Es sind die winzigen, steten Fortschritte die sich zur Weltklasse aufaddieren.

Bruce Mason, Leiter der Biomechanik im AIS demonstriert uns an Hand eines 3-D-Analyse-Computertools, das für Schwimmer entwickelt wurde, wie dieses System funktioniert. Ein Gittermodell einer Spitzenschwimmerin schwimmt durchs Wasser, ihre Arme bewegen sich in Zeitlupe. Von der Seite kann Mason die Zuglänge messen. Von oben kann er die Drehbewegung der Wirbelsäule analysieren. Darauf basierend kann Mason ein biomechanisches Profil erzeugen, das den Trainern hilft, die Schwimmer zur Blüte zur bringen, oder bei aus der Form Geratenen das Problem zu entdecken.

Die Daten für das Modell stammen aus einem Unterwasser-Videosystem, das im AIS entwickelt wurde. Eine an einem Galgen montierte Digitalvideokamera befindet sich unter Wasser neben dem Schwimmer. Mason braucht einen Kamerawagen um die Kamera mit dem Schwimmer entlang des Pools hin und her zu ziehen. Eine zweite Kamera filmt den Schwimmer von vorne. Der Output wird mit den anderen Daten - Wendezeiten, Geschwindigkeit, Zuglänge - gekoppelt und dann nach jedem Rennen analysiert.

Mason entwickelt auch das an allen australischen Meisterschaften verwendete SWAN-System (SWimming ANalysis). Es sammelt die Bilder von mit 50 Bildern pro Sekunde laufenden Digitalkameras und zerlegt die Leistung eines Schwimmers in einzelne Parameter, die einzeln studiert werden können: Zuglänge, Zugfrequenz, mittlere Zeit pro Zug, Geschwindigkeit, Start-, Split- und Endzeit u.s.w. Nach jedem Rennen spuckt SWAN die Daten jedes einzelnen Schwimmers aus und ermöglicht so den Trainern verbesserungswürdige Leistungsmerkmale sofort zu erkennen.

"Schauen Sie sich das an," sagt Mason und zieht ein Datenblatt eines Rennens der letztjährigen Kurzbahnmeisterschaften in Perth hervor. Er weist auf die Daten der zweit- und drittplatzierten Schwimmer hin, die zeigen, dass der Drittplatzierte eigentlich schneller schwamm. Warum war er dann schliesslich 35/100 langsamer? "Seine Wenden waren 44/100 langsamer als die seines Gegners," sagt Mason. "Wenn er seine Wenden verbessert, wird er viel besser."


Inside the academies, science takes centre stage. The AIS employs more than 100 sports scientists and doctors, and collaborates with scores of others in universities and research centres. AIS scientists work across a number of sports, applying skills learned in one-such as building muscle strength in golfers-to others, such as swimming and squash. They are backed up by technicians who design instruments to collect data from athletes. They all focus on one goal: winning. "We can't waste our time looking at ethereal scientific questions that don't help the coach work with an athlete and improve performance," says Fricker.

A lot of their work comes down to measurement-everything from the exact angle of a swimmer's dive into the pool to the second-by-second power output of a cyclist. They then use this data to wring improvements out of their athletes. The focus is on individuals: understanding how each athlete moves through the water or swings a bat, then tweaking their technique to squeeze an extra hundredth of a second here, an extra millimetre there. No gain is too small to bother with. It's the tiny, gradual improvements that add up to world-beating results.

To demonstrate how the system works, Bruce Mason, head of the AIS biomechanics department, shows off a 3D analysis tool being developed to study swimmers. A wireframe model of a champion swimmer slices through the water, her arms moving in slow motion. Looking side-on, Mason measures the distance between strokes. Then, from above, he analyses how her spine swivels. From this, he builds a biomechanical profile that coaches can use to help budding swimmers, or study off-form swimmers to discover where their problems lie.

The data comes from an underwater filming system pioneered at the AIS. A digital video camera mounted on a boom is immersed in the water alongside the swimmer. Mason uses a hand-pushed dolly to shadow the swimmer up and down the pool. Another camera films head-on. The output is linked with other data-turn times, velocity, stroke length-then analysed immediately after each race.

Mason also developed the SWAN (SWimming ANalysis) system now used in Australian national competitions. It collects images from digital cameras running at 50 frames a second and breaks down each part of a swimmer's performance into factors that can be analysed individually-stroke length, stroke frequency, average duration of each stroke, velocity, start, lap and finish times, and so on. At the end of each race, SWAN spits out data on each swimmer that coaches can use to pinpoint aspects of their performance that need to improve.

"Take a look," says Mason, pulling out a sheet of data from a race at last year's short-course nationals in Perth. He points out the data on the swimmers in second and third place, which shows that the one who finished third actually swam faster. So why did he finish 35 hundredths of a second down? "His turn times were 44 hundredths of a second behind the other guy," says Mason. "If he can improve on his turns, he can do much better."
Die AIS Wissenschaftler bringen diese Exaktheit in jede Sportart. In Zusammenarbeit mit dem Cooperative Research Centre for Micro Technology in Melbourne werden unauffällige Sensoren entwickelt, die in die Kleidung oder die Schuhe des Athleten eingebaut werden, um Puls, Schweiss, Wärmeproduktion oder andere für die Leistungsfähigkeit des Athleten wichtige Faktoren zu messen.

Es geht nicht nur um das Messen der Leistung. Fricker erläutert an Hand einiger SchwimmerInnen, die elf- bis zwölfmal pro Jahr wegen Husten und Erkältung ausser Gefecht gesetzt waren. "Man musste sie aus dem Pool nehmen, und sie konnten jeweils während 3-4 Tagen nicht trainieren, es bestand auch das Risiko, dass andere angesteckt werden." sagte er. Diese SchwimmerInnen wurden fast immer krank, wenn die Trainingsintensität gesteigert wurde, um bei Trainingsunterbruch rasch wieder zu genesen. Die Frage war, ob man einen Test entwickeln könnte, der die Trainer vor Ausbruch einer Erkrankung rechtzeitig vorwarnte, um die Intensität zu senken [Link: Sport und Immunologie].

Nach Jahren tüfteln und pröbeln hatten das AIS und die University of Newcastle in New South Wales einen Test entwickelt, mit dem man die Konzentration des Immunoglobulins A im Speichel messen konnte. Wenn die IgA-Konzentration plötzlich unter einen bestimmten Wert fallen, wird die Trainingsintensität gelockert oder mit dem Training ganz ausgesetzt. Bald steigen die IgA-Werte wieder an und die Gefahr einer Erkrankung verschwindet. Seit der Einführung des Tests bleiben die AIS-Athleten bemerkenswert gesund, nicht nur die Schwimmer. Das Institut entwickelt nun eine Feldversion des Tests, und sucht nach Möglichkeiten die empfindlichen Athleten zu erfassen, so dass für diese von Tag zu Tag ein massgeschneiderter Trainingsplan erstellt werden kann.

In der Summe dieser scheinbar geringen Fortschritte liegt der Unterschied: Dem während Jahren überlegenen 1500-m-Läufer Sebastian Coe gelang es 1988 wegen einer Atemwegserkrankung nicht, sich für die olympischen Spiele in Seoul zu qualifizieren. Und 1992 konnten in Barcelona rund 50 Athletinnen und Athleten wegen Infektionserkrankungen nicht alle Wettkämpfe bestreiten, darunter der US-Sprinter Carl Lewis. Hätte man damals diesen Test schon gehabt, wäre es vielleicht möglich gewesen, dass sie gesund geblieben wären.
It's the kind of accuracy that AIS scientists are bringing to a range of sports. With the Cooperative Research Centre for Micro Technology in Melbourne, they are developing unobtrusive sensors that can be embedded in an athlete's clothes or running shoes to monitor heart rate, sweating, heat production or any other factor that might have an impact on an athlete's ability to win.

And there's more to it than simply measuring performance. Fricker gives the example of a couple of swimmers who were down with coughs and colds 11 or 12 times a year. "They'd have to be pulled out of the pool, couldn't train for three or four days, and would risk infecting other athletes," he says. These swimmers almost always fell ill as their training regime intensified, and quickly recovered when they stopped training. Could a test be found that would allow coaches to predict an illness so that they could ease back on training before it struck? [Link: Sports und Immunity].

After years of experimentation, the AIS and the University of Newcastle in New South Wales developed a test that measures how much of the immune-system protein immunoglobulin A is present in athletes' saliva. If IgA levels suddenly fall below a certain level, training is eased or dropped altogether. Soon, IgA levels start rising again, and the danger passes. Since the tests were introduced, AIS athletes-not just swimmers but those in all sports-have been remarkably successful at staying healthy. The institute is now developing a portable test, and is studying ways of identifying which athletes are prone to illness, so that their training can be tailored from day one.

It may seem a small advance, but such details can make all the difference. The reigning 1500 metre champion Sebastian Coe failed to qualify for the 1988 Olympics because of a respiratory infection, and more than 50 top athletes, including American sprinter Carl Lewis, missed events in the 1992 games because they fell ill at the wrong time. Had the test been available, they might have been able to stay healthy enough to compete.

Zielübungen

Entscheidend ist nicht das Datensammeln sondern wie man diese Daten verwendet. Die Vorbereitungen durch die Wissenschaftler und Trainer beginnen lange vor einem wichtigen Wettkampf mit der Entwicklung eines "Wettkampfmodells" für jeden Athleten. "Basierend auf den zu erwartenden Siegerzeiten wird ein "Rennmodell" entworfen, um diese Zeit zu erreichen," sagt Mason. Für den Start soviel, jede Bahn so und so schnell mit der entsprechenden Zuglänge und -frequenz, Wendezeiten so und soviel." Das gesamte Training wird dann wird dann darauf ausgerichtet, dass diese Ziele erreicht werden, sowohl das Gesamtziel als auch die einzelnen Phasen des Rennens.

Diese Strategie hat Australien zweifellos zur erfolgreichsten Sportnation der Welt gemacht. gemäss den neuesten Zahlen der Australian Sports Commission, sind die Australier bei 21 von 50 Hauptsportraten führend, von Golf bis Surfen, und sie sind in 15 weiteren Sportarten unter den Topfünf.

Natürlich hindert niemand die anderen Länder daran dieses System zu kopieren, viele haben es denn auch versucht. Vor sechs Jahren zauberte das AIS kühlende Jacken für Ausdauerathleten hervor. Bei den Spielen 1996 in Atlanta konnten so bei den Rad- und Ruderwettbewerben bis zu 2 Sekunden gewonnen werden. Jetzt werden sie von Allen gebraucht. Das Gleiche passierte mit den vom AIS entwickelten "Höhenzelten", die den Effekt des Höhentrainings auf Meereshöhe simulieren.

Australiens Erfolgsgeschichte geht über einfach zu kopierende technische Hilfsmittel hinaus, und bis heute gelang es keiner Nation das alles umfassende System zu replizieren. Aber einige versuchen es. Jeder Wissenschaftler und Sportfunktionär mit dem New Scientist sprach nannte Grossbritannien als den heissesten Konkurrenten. Seit 1995 steht für den britischen Sport finanzielle Unterstützung in der Höhe von 350 Millionen £ aus der Landeslotterie sowie jährlich 70 Millionen £ aus dem Staatshaushalt zur Verfügung - 3-mal soviel wie in Australien. "Sie stecken das grosse Geld in die Sportwissenschaft und -medizin," sagt Fricker. "Und sie haben vernünftigerweise eine Menge Australier mit 10- bis 20-jähriger Erfahrung in diesem Systems beigezogen." Dutzende von Leuten aus dem australischen Sport nehmen in Grossbritannien Schlüsselpositionen ein, beispielsweise David Moffett, Ex-Chef der australischen National Rugby League, der soeben seinen Job als Vorsitzender der Geschäftsleitung von Sport England angetreten hat, und der ehemalige "Wicketkeeper" Rodney Marsh (der "Torhüter" im Cricket), der während 10 Jahren Direktor der Australischen Cricket Academy Roney war und jetzt Direktor der Nationalen Sporthochschule des englischen und walisischen Cricketverbandes.

"Es braucht natürlich Anlaufzeit," sagt Fricker. "Sie müssen sich die Fachkenntnisse beschaffen, die ganze Sportorganisation aufbauen sowie die benötigte Zahl Wissenschaftler und Ärzte, um das Ganze am Leben zu halten." Er sagt, dass ein gutes System nach rund 7 Jahren die ersten Resultate abwerfe, in einigen Sportarten könne es auch 10 bis 12 Jahre dauern.

Wenn er Recht hat, können die britischen Sportfans bald dem australischen Sportsystem zuprosten anstatt es zu verfluchen. Könnte ein britisches Rugbyteam den Rugby Union Wolrd Cup gewinnen, oder 2004 eine Badewanne voll Medaillen aus Athen mit nach Hause bringen? Vielleicht wird auch die Asche einmal die Eigentümer wechseln.

"Yeah, die Briten machen uns Sorgen," sagt Fricker. "Aber wir werden einfach neue Wege finden um den Kopf vorne zu behalten." Darauf Wetten, dass sie den Vorsprung verlieren, lohnt sich nicht.

Target practice

But it's not just about collecting data: it's how you use the data too. Well before a championship, sports scientists and coaches start to prepare the athlete by developing a "competition model", based on what they expect will be the winning times. "You design a race model to make that time," says Mason. "A start of this much, each free-swimming period has to be this fast, with a certain stroke frequency and stroke length, with turns done within these times." All the training is then geared towards making the athlete hit those targets, both overall and for each segment of the race.

Techniques like this have transformed Australia into arguably the world's most successful sporting nation. According to the latest figures from the Australian Sports Commission, Australians hold number one rankings in 21 of 50 major sports, from golf to surfing, and top five rankings in a further 15.

Of course, there's nothing to stop other countries copying-and many have tried. Six years ago the AIS unveiled coolant-lined jackets for endurance athletes. At the Atlanta games in 1996 these shaved up to 2 per cent off cyclists' and rowers' times. Now everyone uses them. The same has happened to the "altitude tent", developed by the AIS to replicate the effect of altitude training at sea level.

But Australia's success story is about more than easily copied technological fixes, and up to now no nation has replicated its all-encompassing system. But some are getting there. Every researcher and sports official New Scientist spoke to nominated Britain as the hottest competitor. A funding system set up in 1995, backed by £350 million of National Lottery money plus £70 million a year from the government, means that Britain is now spending three times as much as Australia. "They are putting big, big bucks into sports science and sports medicine," says Fricker. "And they've quite sensibly recruited a lot of Australians with a 10 to 20-year history of the system here." Dozens of people from the Australian sports system are taking up key positions in Britain: examples include David Moffett, former head of Australia's National Rugby League, who started as chief executive of Sport England this month, and former test wicketkeeper Rodney Marsh, for a decade director of the Australian Cricket Academy and now director of the England and Wales Cricket Board's new National Academy.

"There's going to be a lag time," Fricker says. "They have got to get that expertise on board, create a sports system and have the scientists and the doctors to service it." He says a good programme can deliver results in about seven years, though some sports take 10 or 12.

If he's right, British sports fans could soon be toasting the Australian sports system instead of cursing it. Could a British team win the rugby union world cup, or bring a tub-thumping haul of medals back from Athens in 2004? Maybe even the Ashes could change hands one day.

"Yeah, we're worried about the Brits," says Fricker. "But we are just going to have to find new ways to stay ahead of the pack." Don't bet on them losing the edge.

Aufstieg aus der Asche

Australiens bestes Sportförderungsprogramm der Welt ist keine Überraschung. "Australiens Nationalsport ist Gewinnen," sagt John Daly, eine Professor der Sportgeschichte an der University of South Australia in Adelaide. "Wir glauben offenbar daran, dass Erfolg hilft unseren Platz in der Welt zu finden."

Aber es brauchte ein Desaster dazu. An den olympischen Spielen von 1976 in Montreal gewann Australien nur eine silberne und vier bronzene Auszeichnungen. - das schlechteste Ergebnis in 40 Jahren. Es wurde sogar eine öffentliche Untersuchung gefordert.

Premierminister Malcolm Fraser forderte zwar einen Bericht über die Sportförderung, der dann aber in der Schublade verschwand. Man war aus ideologischen Gründen der Ansicht, dass der Staat den Sport nicht fördern soll. Dann kam die sovietische Invasion in Afghanistan. Auf Druck von Fraser verzichteten viele australische Athleten auf eine Teilnahme an den olympischen Spielen 1980 in Moskau. Das dezimierte Team gewann neun Medaillen, darunter zwei Goldene, aber Frasers Image erlitt Schaden. Im Vorfeld der Wahlen gab er dem Ruf nach staatlicher Förderung des Sports nach - und gewann die Wahlen. Das AIS wurde im Januar 1981 eröffnet.

Rising from the ashes

It's no surprise that Australia has built the world's best sports development system. "Australia's national sport is winning," says John Daly, a sports historian at the University of South Australia in Adelaide. "We seem to believe that success can help define our place in the world."

But it took a sporting disaster to make it happen. At the 1976 Olympics in Montreal, Australia picked up just one silver medal and four bronzes-its worst performance in 40 years. There were calls for a public inquiry.

Prime minister Malcolm Fraser commissioned a report on sports development, but shelved it on the ideological grounds that government had no role in funding sport. Then came the Soviet invasion of Afghanistan. Under pressure from Fraser, many Australian athletes pulled out of the 1980 Moscow Olympics in protest. The depleted team won nine medals, including two gold, but the move damaged Fraser. Facing an election, he finally committed to the funding of sport. Fraser was re-elected, and the AIS opened in January 1981.

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