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Was versteckt sich hinter den drei Buchstaben TAS?
TAS?
Was versteckt sich hinter den drei Buchstaben TAS?

Zu den Aufgaben und zur Arbeitsweise gibt folgender Artikel der Handels-Zeitung vom 16. August 2000 Auskunft (Autor: Reto Schlatter). Er wurde im Hinblick auf die Olympiade in Sydney verfasst.

Auch diesmal dürften es 10 bis 20 Fälle sein, mit denen sich das Internationale Sportschiedsgericht in Sydney befassen muss. Dies prognostiziert der ehemalige Spitzenruderer Stephan Netzle. Der zweifache Olympia-Teilnehmer ist eines von 14 Mitgliedern des "Tribunal arbitral du sport" (TAS). Dieses wird zum zweiten Mal an Olympischen Sommerspielen in Aktion treten.

Die Premiere vor vier Jahren in Atlanta verlief nicht ohne Zwischenfälle. Einzelnen Athleten passte es nicht, dass sie das Gremium als einzige Gerichtsinstanz per Unterschrift anerkennen mussten. "Als Amerikaner muss man die Möglichkeit haben, auch vor einem US-Gericht gehört zu werden", argumentierte etwa Michael Johnson. Auch Butch Reynolds unterschrieb nur unter Zwang und Protest.

Urteil innerhalb von 24 Stunden

Solche Schwierigkeiten scheint das TAS überwunden zu haben. Das Problem lag darin, dass das Gericht vorerst stark mit dem IOC in Verbindung gebracht wurde. Die Unabhängigkeit war in Frage gestellt. Heute operiert das AdhocGericht unabhängig vom IOC als Stiftung, die von den Sportverbänden und vom IOC getragen wird. Es urteilt nach den Maximen "fair, fast, free".

Die Fairness wird sichergestellt durch die Auswahl der Richterinnen und Richter. Es sind deren 14, die aus dem ständigen internationalen Sportschiedsgericht mit 150 Richtern ernannt werden. Diese dürfen weder mit dem IOC noch mit einem Verband liiert sein. Bei der Auswahl wird Wert gelegt auf die verschiedenen Sprachregionen, die Sportarten und die Verfügbarkeit. Lokal ansässige Richter sorgen für die Vertretung des ius soli, in Sydney also des australischen Rechts. Die Besonderheit des Gerichts liegt in seiner Geschwindigkeit. Die Urteile erfolgen innerhalb von 24 Stunden. "Trotzdem handelt es sich nicht um Schnellschüsse", sagt Netzle, der zum ersten Mal dabei ist, die früheren Urteile aber studiert hat.

In den meisten Fällen wird vorgängig der IOC-Exekutivrat angerufen. Dessen Urteil können die Sportler ans Schiedsgericht weiterziehen. Nach Eingang eines Rekurses wird ein dreiköpfiges Gremium gebildet, das die Beteiligten anhört und entscheidet. Das Verfahren ist kostenlos.

Eher zu Gunsten der Sportler

Präsidiert wird das Gericht von der Genfer Anwältin Gabrielle Kaufmann. Kaufmann lehrt an den Universitäten Genf und Lausanne Schiedsgerichtsbarkeit, urteilt selber aber nicht. Neben Netzle sitzt auch noch ein dritter Schweiz im Tribunal, JeanPhilippe Rochat. Er war früher Generalsekretär des TAS.

Nach Atlanta ist das Gericht auch in Nagano an den Winterspielen 1998 zum Einsatz gekommen. Dort hatte es einen brenzligen Fall zu behandeln. Dem kanadischen Snowboard-Olympiasieger Ross Rebagliati wurden Spuren von Marihuana nachgewiesen. Das Schiedsgericht hatte Einsicht mit dem geständigen Snöber und beliess ihm die Goldmedaille. Auch in andern Fällen urteilte das TAS bisher eher zugunsten der Sportlerinnen und Sportler.

Quelle: Handelszeitung vom 16.8.2000



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