SV LIMMAT

Schwimmverein Limmat Zürich



Schwimmverein Limmat Zürich - Zurück: Homepage



Stephanie Eisenring, die Zürcher Schwimm-Hoffnung in den USA

©Bilder und PDF-Dateien Sonntagsblick.
© Text und Internetaufbereitung Martin Kelemen und Felix Gmünder, SV LImmat







Wasserratte: Stephanie beim Training im Schwimm-Zentrum von Pine Crest.

Ein kleiner Fisch mit dem grossen Olympia-Traum

VON WALTER L. KELLER (TEXT UND FOTOS), POMPANO BEACH (FLORIDA)

Originaldateien, PDF ca. 150 kB: [21.9.2003 Seite 20] [21.9.2003 Seite 21]


Eigentlich ist sie noch ein ganz kleiner Fisch. Mit dem Namen können erst ein paar Insider etwas anfangen: Stephanie Eisenring. Doch die noch nicht dreizehnjährige gebürtige Zücherin kümmert das wenig. Die in Florida Lebende hat einen Traum: 2008 will sie bei den Olympischen Spielen in Peking dabei sein. Als Schwimmerin.
Stephanie Eisenring. Wer ist das? Die Frage stellen sich wohl alle, die nicht zufällig Mitglied des Schwimmvereins Limmat sind. Dabei ist das noch nicht 13-jährige Teeny-Fischchen das schnellste seiner Altersklasse.
Steffis Palmarès kann sich sehen lassen: In der Schweiz ist sie mit 28,00 Sekunden über 50 m Crawl unter den Mädchen bis 13 Jahre genauso die Beste wie über 50 m Delfin (32,88) und über 400 m Crawl (4:47,98). Dazu ist Eisenring über 100 und 200 m Crawl in ihrer Alterklasse jeweils die Schweizer Nummer zwei.
Reichen diese Leistungsausweise noch nicht aus, um von Stephanies aussergewöhnlichen Schwimmerinnen-Qualitäten überzeugt zu sein?
Dann sagen diese Fakten mehr: Bei den «Junior Olympics» in Coral Springs (Florida) war Eisenring am 26. Juli über 50 m Crawl die Schnellste - im US-Ranking der Unter-13-Jährigen belegt sie heuer Rang vier.
Das sind Perspektiven, die die junge Zürcherin zum Träumen bringen. Doch verrückt machen lässt sich Steffi davon nicht. «Ich muss einfach schnell schwimmen. Der Rest kommt von selbst», sagt sie unbeschwert. Mit dem Rest meint sie zum Beispiel auch die Limite für die nächstjährigen Junioren-Europameisterschaften in Lissabon. Wenn Eisenring die 50 m Crawl bis dahin in 27,54 Sekunden schwimmt, kann sie 2004 in Portugal mit dem Schweizer Team dabei sein.
Und dann denkt sie auch bereits an den Schweizer Rekord über 50 m Crawl «bei den Grossen»: «Eines meiner Ziele ist es, den Schweizer Rekord von Marie-Therese Armentero zu brechen. Der liegt seit 1986 bei 25,93, wie ich im Bulletin des SV Limmat gelesen habe», sagt Stephanie Eisenring in perfektem «Züri-Tütsch».
Dabei ist dem Mädchen noch gar nicht klar, ob sie ihre Schwimmkarriere dereinst unter der Schweizer Flagge oder unter dem Sternenbanner für die USA absolvieren will.

Lebensretterin: Als US-Junior-Meisterin könnte Stephanie bald bei Baywatch mitspielen.
Noch hat Stephanie Eisenring erst den Schweizer Pass - aber die US-Option steht ihr offen. Denn vor zehn Jahren ist die Familie Eisenring von Zürich nach Florida ausgewandert: Vater Otto (61), Mutter Elisabeth (52), Bruder Thomas (15) und Stephanie. Seither sind noch die Zwillinge Ryan und David (9) dazugekommen.
Nicht erst seit die Eisenrings in Pompano Beach, gut 20 km nördlich von Fort Lauderdale, leben, ist Sport in der Familie ein Thema. Als Steffis Vater Otto von 1974 bis 1988 Zürcher SVP-Gemeinderat war, kickte er als Captain des FC Gemeinderat. Selbstverständlich also, dass die Eisenrings die sportlichen Ambitionen ihrer Tochter kräftig unterstützen.
Und das ist in den USA gar nicht so einfach. Schliesslich geht Stephanie in Florida auch noch zur Schule, als Siebtklässlerin in eine spezielle Klasse für Hochbegabte. Zusammen mit dem Schwimmen ergibt das für den Teenie einen vollgepackten Tagesablauf: Kurz nach sechs Uhr ist Tagwache. Nach dem Frühstück wird «Steph» vom Vater oder von der Mutter zur Schule gefahren - von 7.30 Uhr bis 14.30 Uhr ist Unterricht, unterbrochen durch das Mittagessen. Wenn Stephanie nach Hause kommt, erledigt sie einen ersten Teil ihrer Aufgaben, bevor sie zwischen 16.30 und 18.15 Uhr in Fort Lauderdale trainiert. Einige Kilometer im Wasser kommen dabei regelmässig zusammen. Nach dem Abendessen und weiteren Schulaufgaben geht Stephanie in der Regel gegen 21 Uhr ins Bett.
Musterschülerin: Stephanie bei den Schulaufgaben.

Eisenring-idylle: Mutter Elisabeth, David, Thomas, Ryan, Stephanie und Vater Otto (v. l.) beim Abendessen daheim in Pompano Beach.
«Pine Crest», ihr Schwimmklub, ist eine Top-Adresse in Florida. Bei Head-Coach Jay Fitzgerald ist Stephanie bestens aufgehoben. Schliesslich hat Fitzgerald 1984 in Los Angeles mit von ihm trainierten Schwimmern vier Olympia-Medaillen gewonnen.
Auch der erfahrene Coach ist von Eisenrings Qualitäten als Schwimmerin begeistert. «Ich schätze an Stephanie vor allem ihren totalen Trainingseinsatz und ihre Einstellung zum Wettkampf. Auch nach einem harten 10-Kilometer-Intervall-Training ist sie noch in bester Verfassung», sagt Fitzgerald. «Sie wird ihren Weg machen. Wobei es bei so jungen Mädchen schwer zu beurteilen ist, ob sie bis zur absoluten Spitze durchhalten. Bei «Steph» zweifle ich allerdings nicht daran.»
Dass sie über schwimmerische Extraklasse verfügt, hat Stephanie Eisenring schliesslich nicht bloss im Pool bewiesen. Neben ihren 48 Medaillen, die sie an regionalen und nationalen Meetings bisher gewann, schaffte sie am 6. August ein ganz spezielles Highlight. Bei den Nationalen Lebensretter-Meisterschaften in Cape May
hat die junge Schweizerin mit der Goldmedaille im «Surf Swimming» alle überrascht. So sehr, dass sie bei ihrer Rückkehr nach Pompano Beach von der Regierung und der Bevölkerung als «US Junior Lifeguard Master» bei einer Beach-Party frenetisch gefeiert wurde.

Persönlich

  • Name: Eisenring
  • Vorname: Stephanie
  • Geburtsdatum: 18. November 1990
  • Geburtsort: Zürich
  • Wohnort: Pompano Beach, Florida, USA
  • Grösse: 1,64 m
  • Gewicht: 44 kg
  • Beruf: Schülerin und Schwimmerin
  • Klub: SV Limmat und Pine Crest
  • Trainer: Jay Fitzgerald
  • Hobbys: Sport allgemein, Trampolinspringen, Rollerbladen und Lesen.
  • Lieblingsessen: «Spaghetti, selbstverständlich mit einer von meinem Vater gekochten, raffinierten Sauce. Schliesslich hatte er früher einmal ein Restaurant und kochte dort meist selbst.»
  • Lieblingsmusik: Alles von den Backstreet Boys und von Eminem





Schwimmverein Limmat: Zurück zur Hauptseite / an den Anfang